In der Schweriner Schlossstraße : Energieminister darf keinen Sonnenstrom liefern

<strong>Ohne Sonnenstrom:</strong> das Energieministerium <foto>Klawitter</foto>
Ohne Sonnenstrom: das Energieministerium Klawitter

MVs Energieminister Volker Schlotmann hat vergeblich versucht, auf dem Dach seines Ministeriums eine Solaranlage installieren zu lassen. Das Vorbild-Vorhaben scheiterte am Denkmalschutz.

svz.de von
08. März 2013, 09:51 Uhr

Schwerin | Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Volker Schlotmann hat vergeblich versucht, auf dem Dach seines Ministeriums eine Solaranlage installieren zu lassen. Um als Beispiel gebender Vorreiter mehr Öko-Strom zu nutzen, wollte der SPD-Politiker auf dem spätklassizistischen Bau an der Schweriner Schlossstraße Sonnenkollektoren aufsetzen lassen. Das Vorbild-Vorhaben scheiterte am Denkmalschutz.

Bereits vor knapp zwei Jahren sei "die Realisierung einer Photovoltaikanlage" auf dem schrägen, zum Innenhof geneigten Dach geprüft worden, teilte das Ministerium nun auf Anfrage des Landtagsabgeordneten Johann-Georg Jaeger (Grüne) mit. Allerdings beugten sich Schlotmanns Planer recht schnell den kritischen Anmerkungen des Landesamtes für Kultur und Denkmalschutz (LAKD). Durch die Sonnenkollektoren auf dem Dach des 100 Jahre alten Hauses würde das Baudenkmal "erheblich" beeinträchtigt, befanden die Denkmalschützer. Die Sonnenkollektoren wären vom Schlossturm, vom Turm des Schweriner Domes und auch aus den oberen Geschossen des Ministeriums zu sehen gewesen und hätten wohl kaum in das Ensemble gepasst, mit dem sich das Schweriner Schloss als Weltkulturerbe bewerben will, sagte gestern LAKD-Chef Michael Bednorz gegenüber dieser Zeitung. Der Nutzen für den Klimaschutz wäre wohl gering, der Schaden für die Kulturerbe-Bewerbung, für die "Authentizität und Integrität" wichtig sind, aber hoch gewesen.

Nur selten versuchen Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden beim Landesamt eine Genehmigung für eine Solaranlage zu bekommen. "Das sind Einzelfälle", so Bednorz. Auf manchen Kirchendächern sind Kollektoren installiert, einige Wohn- und Geschäftshäuser und selbst eine Scheune kommen hinzu. Bednorz: "Nur drei Prozent der Gebäude im Land sind denkmalgeschützt. Würde auf all ihren Dächern Sonnenenergie produziert, wäre der Beitrag zur Energiewende immer noch recht gering." Unterdessen sind auch die Dächer der nicht unter Denkmalschutz stehenden landeseigenen Verwaltungsgebäude nicht gerade mit Photovoltaik-Anlagen übersät. Zurzeit sollen zwei Hallendachflächen des Behördenzentrums Neubrandenburg, die an Dritte verpachtet werden, mit Solarenergie-Sammlern ausgestattet werden. Auf 6200 Quadratmetern sollen nach Angaben des Schweriner Finanzministeriums 620 Kilowatt "geerntet" werden Auch auf einem Gebäude der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock sind 207 Quadratmeter an Sonnenkollektoren vorgesehen. In Betrieb sind erst insgesamt 319 Quadratmeter an Kollektorflächen, die auf verschiedenen landeseigenen Dächern im ganzen Land installiert wurden.


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