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Grüne in MV fordern mehr Solarmodule auf Gebäuden : Energie vom Kirchendach

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Solardächer bringen den Schweriner Grünen-Abgeordneten Johann-Georg Jaeger auf die Palme. Vielmehr der Mangel an solchen, wie der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern sagt.

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erstellt am 19.Apr.2013 | 06:40 Uhr

Schwerin | Solardächer bringen den Schweriner Grünen-Abgeordneten Johann-Georg Jaeger auf die Palme. Vielmehr der Mangel an solchen, wie der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion sagt.

Bislang halte die Landesregierung nur 60 000 Quadratmeter Dachflächen ihrer Gebäude für geeignet, um darauf Solaranlagen zu errichten. "Das sind 200 mal 300 Meter, eine größere Halle", moniert Jaeger. Ein Grund für fehlende Solardächer sei die Blockade durch die Denkmalpflege. Ein Beispiel wäre der 2011 gescheiterte Bau einer Photovoltaikanlage auf einem Neubaudach im Hof des Schweriner Energieministeriums.

Deutschland will bis 2050 seine Kohlendioxid-Emissionen um 80 Prozent mindern, wie Leiterin Brigitte Schmidt erklärt. Da führe kein Weg am Gebäudebestand vorbei, sagt sie. Der Bundesverband Solarwirtschaft schätzt, dass in Deutschland drei von vier geeigneten Dächern bislang ungenutzt sind.

Sonnenstromkraftwerke auf Gebäuden seien prinzipiell kein Problem, sagt Landeskonservator Klaus Winands. "Solange keine Denkmale betroffen sind, spricht nichts dagegen", betont der oberste Denkmalschützer von MV. In Städten aber, die Weltkultur erbestatus hätten oder diesen anstrebten, wie Wismar, Stralsund oder Schwerin, würden die Solarmodule das Erscheinungsbild negativ verändern, erklärt Winands.

"Wir wollen doch keine Solaranlagen direkt vors Schweriner Schloss hängen", kontert Jaeger. Bei sensiblem Vorgehen seien Denkmalschutz und Energiewende miteinander zu vereinbaren, meint Jaeger. "Solaranlagen greifen nicht in die historische Bausubstanz ein, sie können jederzeit abgebaut werden, ohne Schäden zu hinterlassen."

Beispiele für eine gelungene Symbiose von Denkmal und Hightech-Sonnenkollektoren seien die Feldsteinscheune Bollewick (Seenplatte), die Stadtkirche Hagenow oder die Kulturkirche St. Nikolai Rostock, sagt Jaeger. In Zernin bei Bützow gar konnte die eingestürzte Dorfkirche 2002 nur mit Hilfe des Solardach-Programms der Deutschen Bundesstiftung Umwelt neu gedeckt und damit gerettet werden, wie die Kirchengemeinde mitteilte.

Rekord bei Wind- und Solarstrom

Viel Sonne und Wind haben die Ökostromproduktion in Deutschland auf das höchste Niveau aller Zeiten klettern lassen. Am Donnerstagmittag produzierten Windräder und Solaranlagen laut der Leipziger Strombörse EEX Strom bis zu 35900 Megawatt (MW) und damit mehr als die Kohle- und Atomkraftwerke. Der Spitzenwert am Mittag entsprach der Leistung von 26 Atomkraftwerken.

Doch schon am Freitag war die Sonne vielerorts wieder hinter Wolken verschwunden – prompt sank die Stromproduktion: In der Spitze wurde mit rund 19000 Megawatt Solar- und Windstrom gerechnet.

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