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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 09:45 Uhr

Endspurt an der Borkower Brücke

vom

svz.de von
erstellt am 13.Mär.2012 | 06:14 Uhr

Borkow | Wer regelmäßig auf der B 192 durch Borkow fährt, hat sich längst an die Baustellenampel vor der Behelfs brücke über die Mildenitz gewöhnt; auch wenn es nervt, manchmal bei Rot warten zu müssen, ohne dass von der anderen Seite ein Fahrzeug kommt. Das alles soll nun bald vorbei sein. Auf SVZ-Anfrage hat Thorsten Uhlig, Dezernent im zuständigen Straßenbauamt Schwerin, die Freigabe der neuen Flussüberquerung für Mai angekündigt. Ob Anfang oder Ende des Monats, da wolle er sich allerdings nicht festlegen.

Bevor die alte Mildenitz-Brücke zu Beginn des vorigen Jahres abgerissen wurde, entstand unmittelbar daneben eine Behelfsquerung, über die der Verkehr auf der Bundesstraße seitdem einspurig und durch Ampeln geregelt rollt. Das sei die eindeutig bessere Lösung gegenüber einer weiträumigen Umleitung.

Die Bauzeit war ursprünglich bis Ende 2011 geplant. Doch tiefe Frostgrade im Winter und unvorhergesehene Arbeiten führten zu erheblichen Verzögerungen. So seien die Brückenbauer bei den Gründungsarbeiten auf Steinpackungen gestoßen, von denen vorher niemand etwas wusste. Die waren im Wege und mussten entfernt werden. Wahrscheinlich sollten diese Steine der alten Brücke, bei der die Gründung nicht so tief ging, Halt geben, vermutet Uhlig.

Eine Zwangspause verordnete der Winter nicht nur 2011, sondern auch für einige Wochen in diesem Jahr. "Das ging hin und her", sagt Polier Nico Ulrich von der Gerd Müller GmbH in Cottbus. Bei dem strengen Frost sei es eine Zeit lang einfach nicht weitergegangen. Am 27. Februar konnte die Arbeit wieder aufgenommen werden. Anfang dieses Monats seien dann die so genannten Kappen, wie der Fachmann die Geh steige auf der Brücke links und rechts der Fahrbahn bezeichnet, betoniert worden. Gestern wurden die dafür benötigten Träger wieder entfernt. Gleichzeitig bauten Mitarbeiter des Cottbusser Unternehmens, das auch hier im Land Beschäftigte hat, die Stahlgeländer an, schütteten unterhalb des Baukörpers Anschlüsse und Bankette. Jetzt müssen neben kleineren Arbeiten noch die Brückenplatte abgedichtet und der Gussasphalt aufgetragen sowie die Anschlüsse zu beiden Seiten der Brücke zur Bundesstraße hergestellt werden, nennt Thorsten Uhlig die nächsten Schritte. Unmittelbar nach Freigabe der neuen Straßenbrücke wird die Behelfs umfahrung zurückgebaut.

Die Kosten liegen bei 1,2 Millionen Euro. Die alte Mildenitz-Brücke in Borkow aus dem Jahre 1966 war baufällig geworden. Das hatten Untersuchungen durch Prüfingenieure ergeben. Es gibt für Brücken ein ganzes Netz von Bauwerks prüfungen, erläutert Uhlig. Alle sechs Jahre erfolgt eine Hauptprüfung, genau dazwischen liegt eine so genannte einfache Prüfung, die sich im Umfang unterscheidet. Zudem nehmen Mitarbeiter des Straßenwesens jähr liche Bauwerksbesichtigungen sowie monatliche Beobachtungen vor.

Im Überbau und an den Pfeilern seien Risse festgestellt worden, im Gehweg Blasen. Das seien äußere Zeichen, dass der Beton im Bauwerk aufgesprengt wird. Diese Alkali-Kieselsäure-Reaktion werde von Zuschlagstoffen verursacht. Im Zusammenspiel mit eindringendem Wasser wird das Gefüge des Betons angegriffen. Der Volksmund spreche von Betonkrebs.

Bei diesem Zustand wäre eine Grundinstandsetzung unwirtschaftlich gewesen. "Deshalb haben wir uns für einen Ersatzbau entschieden", sagt der Dezernent aus dem Straßenbauamt. Zumal gerade Brücken, aber auch Straßen heutzutage bei dem enorm gewachsenen Schwerlastverkehr ganz andere Belastungen zu verkraften hätten als vor Jahrzehnten und besonders im Vergleich zu DDR-Zeiten, als die Bauwerke entstanden, die nun schrittweise saniert oder erneuert werden müssen. Die neue Brücke über die Mildenitz hat nicht nur eine höhere Tragfähigkeit als ihre Vorgängerin, ihr wird auch eine längere Haltbarkeit prognostiziert.

Im Bereich des Straßenbauamtes Schwerin gibt es allein auf Autobahnen und Bundesstraßen 730 Brücken. Als solche gilt eine Querung ab einer lichten Weite von zwei Metern. Der Bereich der Behörde erstreckt sich über die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg. Hinzu kommen Bundesautobahnen von A 20 und 24 über A 14 und 19 bis zu einem kleinen Stück der A 11 im äußersten Osten des Landes.


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