Schweriner Schloss : Ende Mai kommt ein Kran vor die Südfassade

Baustelle Plenarsaal im Schloss Schwerin
Baustelle Plenarsaal im Schloss Schwerin

Für 25 Millionen Euro lässt der Landtag einen neuen Plenarsaal im Schweriner Schloss bauen.

svz.de von
25. März 2014, 11:45 Uhr

Mit einem letzten Schwung wuchtet Bernd Schwalm die Schubkarre die provisorische Rampe hinauf und zum Fenster hinaus. Dort stellt der Bauarbeiter das Gefährt voller gelber Ziegelsteine auf das Baugerüst hinter die anderen vier beladenen Schubkarren. In luftiger Höhe vor der dritten Etage des Schweriner Schlosses wartet der Bauschutt auf den offenen Fahrstuhl, der ihn hinunter zum Container bringen soll.

Seit einer Woche ist die wohl bedeutendste Baustelle innerhalb des Wahrzeichens der Landeshauptstadt „auf scharf gestellt“, wie Landtagsdirektor Armin Tebben es nennt. Zwar hat das Schloss seit Jahren viele große Baustellen im Inneren, an seinen Fundamenten und an seinen Fassaden erlebt. Nun aber soll sein symbolisches Herzstück herausgeputzt werden. Im Schlossgartenflügel, wo sich bis zum großen Brand im Dezember 1913 der prunkvolle Goldene Saal des Großherzogs über zweieinhalb Etagen erhob, wird in den nächsten Jahren der neue Plenarsaal des Landtags eingebaut.

Damit das Parlament dennoch mit so wenigen Störungen wie möglich weiterarbeiten und das Schlossmuseum und das Schlosscafe geöffnet bleiben können, wird jeder Stein, jeder Stahlträger und jede Schraube durch die Fenster über dem Gartenportal hinausgeschafft. Auch die neuen Lüftungsschächte, Sitze, Bänke, Tribünen und selbst das spätere Rednerpult werden diesen Weg ins Schloss nehmen. „Ende Mai werden wir einen Kran aufstellen. Der Ausleger ist 45 Meter hoch, damit wir ihn über das Dach des Schlossgartenflügels schwenken können“, erläutert Bauleiter Marek Sander. Bis Ende 2016 wird der Kran vor der Südfassade stehen.

Der größte abzubrechende „Brocken“ aber hängt noch an den Wänden. Für den Zuschauerrang des Festssaals wurde einst ein massiver Betonring eingezogen. Die Schlossbauleute seien zu DDR-Zeiten „sehr robust mit dem Gebäude umgegangen“, sagt Tebben. „Der Beton wird Stück für Stück herausgesägt. Das wird sehr laut.“ Ihn herauszustemmen ist nicht möglich, weil die Vibrationen das Gemäuer schädigen könnten. In „handlichen“ Stücken von bis zu einer Tonne Gewicht wird auch der Beton den Weg durch die Fenster nehmen.

25 Millionen Euro hat der Landtag für den Ausbau des neuen Plenarsaals genehmigt. Darin ist nach Angaben Tebbens bereits ein Polster für fast alle Eventualitäten eingeplant. Die ersten Ausschreibungen für die Lieferung von Stahlträgern sind abgeschlossen. Tebben ist zufrieden. Die Angebote liegen im eingeplanten Limit.



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