Influenza in MV : Ende der Grippe in Sicht?

Fieber, Husten, Schnupfen – viele Menschen mussten in diesem Jahr krankheitsbedingt ins Bett.
Fieber, Husten, Schnupfen – viele Menschen mussten in diesem Jahr krankheitsbedingt ins Bett.

Vor allem in Schulen und Verwaltungen gibt es viele krankheitsbedingte Ausfälle. Landesamt spricht von einer der schwersten Influenzawellen der letzten zehn Jahre

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21. März 2018, 20:15 Uhr

Die Grippe sorgt weiter für zahlreiche Unterrichtsausfälle und ausgedünnte Verwaltungen. Erstmals seit Jahresbeginn ist die Zahl der gemeldeten Grippeerkrankungen jedoch leicht gesunken. In der vergangenen Woche seien dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock 1698 Influenzafälle gemeldet worden, teilte das Amt gestern mit. In der Vorwoche waren es noch 165 Fälle mehr. Es würde sich aber erst in den kommenden Wochen zeigen, ob der Höhepunkt der Grippesaison damit überschritten sei, erklärte eine Lagus-Sprecherin.

Mit allein 479 gemeldeten Erkrankungen sei Rostock ein Schwerpunkt der aktuellen Grippesaison, gefolgt vom Landkreis Vorpommern-Rügen mit 350 Meldungen. Insgesamt hätten sich seit Beginn der Grippewelle im Herbst 8416 Menschen mit der Influenza angesteckt. Im Vorjahr seien es zum gleichen Zeitpunkt nur 3560 gewesen.

 

Die Meldedaten belegen laut Lagus „eine besonders schwere und langwierige Grippewelle“. Lagus-Chef Heiko Will hatte sie bereits als eine der schwersten der letzten zehn Jahre bezeichnet.

Wegen der Grippe bleibt das Stadtarchiv in Greifswald weiter geschlossen.

An der Fleesenseeschule in Malchow musste der Unterricht gestaffelt nach Klassenstufen ausfallen, weil so viele Lehrer erkrankt waren.

In Stralsund fehlten in der vergangenen Woche rund elf Prozent der Mitarbeiter wegen Krankheit.

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Sebastian Gollnow
 
Vorbereitung auf nächste Grippewelle: Vierfach-Impfstoff kommt

Dreifach- oder Vierfach-Impfstoff? In der aktuellen Grippesaison gab und gibt es darüber viele Debatten. Denn Standard – und damit Regel-Kassenleistung – ist die Dreifach-Variante, wirksamer aber ist der Vierfach-Schutz. Experten gehen mittlerweile davon aus, dass der Gemeinsame Bundesausschuss künftig die Vierfach-Impfung zum Standard machen wird. Die gesetzlichen Krankenkassen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin organisieren deshalb bereits jetzt zusammen mit den Apothekerverbänden, dass dieser Impfstoff im Herbst auch in ausreichender Menge zur Verfügung stehen wird. Dazu melden derzeit die Ärzte ihren Bedarf bei den Apotheken an, so die AOK-Nordost, die federführend für alle Krankenkassen im Nordosten die Impfstoffversorgung organisiert. Die Hersteller könnten dann aufgrund der Vorbestellungen aus den Apotheken mit dem erforderlichen Produktionsvorlauf arbeiten.

Für die Kassen wird das Umschwenken auf den Vierfach-Impfstoff deutlich teurer: Eine Dosis kostet im Regelfall 10,95 Euro, der Dreifach-Impfstoff dagegen nur 6,65 Euro. Nach aktuellen Schätzungen gehen die Kassen in der Region Nordost daher für die kommende Grippesaison von Mehrausgaben in Höhe von mindestens sieben Millionen Euro aus.

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Kliniken arbeiten an der Kapazitätsgrenze. Gerade die Zahl der langwierigen Infektionen mit zum Teil schweren Verläufen ist weiterhin „sehr hoch“, heißt es im Lagus. Zusätzlich gehen die Gesundheitsschützer von einer hohen Dunkelziffer an nicht gemeldeten Infektionen aus, denn eine Meldepflicht bestehe nur für von einem Labor bestätigte Fälle. Doch längst nicht bei allen Patienten werde auch ein Abstrich gemacht.

Bislang sind im Nordosten offiziellen Angaben zufolge zwölf Menschen im Zusammenhang mit einer Grippeinfektion gestorben. Die acht Männer und vier Frauen hätten allerdings alle mindestens einer Risikogruppe angehört, die von einer Influenzainfektion besonders bedroht sei. Dazu zählen unter anderem hohes Lebensalter und chronische Erkrankungen.

Erst am Montag hatte der Landkreis Vorpommern-Greifswald drei Grippetote gemeldet. In der Vorjahressaison waren in MV zehn Menschen, die an Grippe litten, gestorben. Im kommenden Jahr könnte das Gesundheitssystem möglicherweise besser auf eine Grippe vorbereitet sein. Die Krankenkassen im Land wollen zusammen mit den Apothekerverbänden bundesweit als erste Region den neuen Vierfach-Impfstoff kostenlos zur Verfügung stellen, wie die Kassen mitgeteilt hatten. Wie viele der in diesem Jahr Erkrankten geimpft waren, wird nicht erfasst.

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