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Mecklenburg-Vorpommern

21. November 2017 | 00:07 Uhr

Empörung nach blutigen Jagdszenen

vom

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2013 | 07:23 Uhr

Neustrelitz/Schwerin | Verletzte Kälber, erschossene Muttertiere, mangelhafte Nachsuche, Überschreitung des Abschussplanes - so lauten die Vorwürfe von Teilnehmern einer Jagd im Nationalpark. Nachdem unsere Redaktion am Wochenende über die Vorgänge berichtet hat, haben sich zahlreiche Leser zu Wort gemeldet.

"Ich denke, auch der Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes dürfte sich für diese Vorfälle interessieren. Wir im Tierschutzverein Insel Usedom fragen uns schon lange, ob und für wen das Wort Hege noch eine Rolle spielt, da ja nur noch von Jagdpächtern die Rede ist. Ist das nur die Spitze des Eisberges?", fragt beispielsweise Brigitte Sieger aus Zempin. Und der Landesverband hat auch schon reagiert: Bei der morgigen Vorstandssitzung werde man das Thema aufgreifen, kündigte Vorsitzende Kerstin Lenz an.

Beide Seiten hätten berechtigte Argumente, findet indes unser Leser Ralf Knödler: Der wirkliche Hintergrund für die Vorwürfe einiger Jäger sei der seit Jahren schwelende Streit zwischen den Interessenlobbys. Während die Jägerlobby eine möglichst hohe Wilddichte wünsche, um die Freude an ihrem Hobby und die Trophäenausbeute zu steigern, wünscht die Naturschutzlobby eine möglichst geringe Wilddichte. Die verringere den Verbiss junger Bäume. "Vereinfachend gesagt behindert eine hohe Wilddichte die Umwandlung unserer Nadelholzmonokulturen in abwechslungsreiche und den Standorten entsprechende Laub- und Mischwälder", so der Leser.

Eindeutig positioniert sich Ute Moldenhauer aus Schwerin: "Diese Horrorschlagzeilen lassen so einige Zweifel aufkommen wofür ,unsere Jäger wirklich da sind! ,Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen - Tierschutzgesetz Paragraf 1! Gehört Damwild nicht zu den Tieren, die unter dies Gesetz fallen?", will sie wissen. "Zutiefst betrübt habe ich den Artikel über das Gemetzel im Nationalpark gelesen. Und ich muss sagen, ich bin geschockt", schreibt Stefan Booke aus der Region Neubrandenburg. Und setzt fort: "Die Diskussion über Führerscheinprüfungen für ältere Mitmenschen ist geschenkt. Im Wald sitzen sie mit scharfen Waffen!" Das Bild der Jagd werde weiter in der Öffentlichkeit zerstört. "Mein Vater geht seit 25 Jahren zur Jagd, meine Schwester ist Dipl.- Forstwirtin. Ich bin also nicht der dumme sich aufregende außenstehende Bürger. Ich werde mich aber einer Anzeige wegen Tierquälerei anschließen", kündigt Stefan Booke an. Fritz Foxer, ebenfalls aus dem Raum Neubrandenburg, meint: "Schon die Vorgänge bei den Jagden unserer DDR-Oberen in dem Gebiet der Schorfheide haben auf mich eine abstoßende Wirkung gehabt! Dass es noch viel schlimmer kommen würde, konnte ich damals zur Wendezeit noch nicht ahnen ... Für Geld wird hier alles erlaubt..."

Für die Nationalparkverwaltung macht sich schließlich Leser G. Horack stark. "Ich war selbst an der besagten Drückjagd beteiligt und habe sie als hochprofessionelle, gut organisierte und großräumige Bewegungsjagd erlebt. Die Mitarbeiter des Nationalparkamtes haben sich nichts, aber auch gar nichts, vorzuwerfen!", schreibt der Leser. Auch Christian Sobioch aus Neddemin verteidigt das Vorgehen: "Wo gemeinsames effektives ,Beutemachen wie im Wolfsrudel ehrliches und zentrales Motiv jagdlichen Denkens ist, dort fügt sich tierschutzgerechtes Handeln und die Minimierung vermeidbarer Schmerzen natürlich an! Schon aus Gründen der Effektivität. Diesen Zusammenhang hat Falk Jagszent vom Nationalpark meiner Meinung nach erkannt und wendet ihn verantwortungsvoll im Sinne der gestellten Ziele für den Nationalpark an."

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