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Kinderschutzbund Schwerin : Elterncafé verbindet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kinderschutzbund Schwerin organisiert Integration an der Kaffeetafel mit Flüchtlingen und Anwohnern

Ohne viele Worte stapeln Nisren (5) aus Syrien und Käthie (2) aus Schwerin gemeinsam Bausteine zu einem bunten Haus übereinander. Ihre Eltern klönen derweil beim Adventskaffee. Sie sprechen arabisch, englisch und deutsch, nutzen Hände und Füße zum Verständigen und auch Smartphones zum Übersetzen. Das wöchentliche Treffen für Flüchtlingsfamilien und Anwohner im Schweriner Plattenbaugebiet findet seit Anfang Oktober beim Kinderschutzbund der Landeshauptstadt statt. Mittlerweile kämen regelmäßig mindestens zehn Familien, sagt Projektleiterin Bärbel Schirrmacher.

Das Angebot spreche sich herum. Regelmäßig seien Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche aus Syrien, Eritrea, Somalia, dem Irak und natürlich aus Deutschland dabei. Da werde gekocht und gebacken, gegessen und getrunken, gespielt und vor allem „über Gott und die Welt“ geredet. Nisrens Mutter, Abir Kroma, erzählt von ihrer Flucht aus dem zerstörten Homs in Syrien. Vier Jahre sei die Familie mit zwei Kindern jetzt unterwegs, zunächst lebten sie im Libanon, seit neun Monaten wohnen sie in Schwerin. Mit den Nachbarn verbinde sie eine gute Freundschaft, und im Elterncafé knüpfe sie neue Kontakte.

Der Kinderschutzbund Schwerin organisiert außerdem einmal in der Woche einen Deutschkurs. Eine Sonderpädagogin vermittle ehrenamtlich alltagsbezogene Sprachkenntnisse, erklärt Projektleiterin Schirrmacher. „So haben die Flüchtlingsfamilien die Möglichkeit, sich aus der Isolation ein Stück weit selbst zu befreien.“ Mecklenburg-Vorpommern zählt in diesem Jahr laut Innenministerium rund 21 000 neu angekommene Asylbewerber. Darunter sind auch 1024 unbegleitete Minderjährige. Die Kinder und Jugendlichen leben meist nicht in den großen Gemeinschaftsunterkünften, sondern in kleineren Jugendhilfeeinrichtungen. Eine private Unterbringung für Kinder, die ohne ihre Eltern auf der Flucht sind, gebe es bislang in Mecklenburg-Vorpommern nicht. 

 


Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.
 

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