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Vollverpflegung : Eltern können bei Kita-Essen mitwirken

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Lieferung von Essen: Spielräume für Familien bei umstrittener Vollverpflegung größer als bisher kommuniziert

Seit Jahresbeginn müssen Kinder in den Kitas Mecklenburg-Vorpommerns am gemeinsamen Essen teilnehmen – doch es gibt mehr Spielräume für Familien und Betreiber als zunächst angenommen. Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, können sich Kindertagesstätten bei der Bereitstellung der Mahlzeiten eines „externen Essenversorgungsunternehmens (Caterer) ebenso wie sonstiger Dritter“ bedienen. „Damit ist es wie bisher möglich, dass Eltern ihren Kindern auch im Rahmen der Vollverpflegung Essen in die Einrichtung mitgeben können“, erklärte die Linken-Landtagsabgeordnete Jacqueline Bernhardt gestern in Schwerin. Eltern und Kitas seien darüber bislang aber nicht informiert gewesen. „Es ist völlig unverständlich, dass die Landesregierung erst sehr spät, kurz nach zwölf mit dieser Information herausrückt“, kritisierte die Oppositionspolitikerin.

Eine Rückkehr zur Brotbüchse bedeutet dies offenbar aber nicht. Das Sozialministerium verwies in einer knappen Stellungnahme darauf, dass die jeweilige Kindertagesstätte „Anbieter der Leistung“ sei und die Vollverpflegung ein nicht abwählbarer Teil der gesamten Betreuungsleistung. Diese Pflicht, die mit Mehrkosten von 40 bis 60 Euro im Monat verbunden ist, war bei Elternvertretungen auf heftige Kritik gestoßen. Sie hatten sich insbesondere dafür eingesetzt, bei den Zwischenmahlzeiten am Vor- und Nachmittag mit einbezogen zu werden. Wie NDR 1 Radio MV berichtete, hatten aber nur wenige, kleine Kitas die Erlaubnis der Jugendämter erhalten. Eine Einzelversorgung der eigenen Kinder ist dem Vernehmen nach prinzipiell nicht zulässig, wohl aber die Lieferung von Lebensmitteln.

Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) hatte die Vollverpflegung stets verteidigt. Für die Entwicklung der Kinder habe eine gesunde Ernährung höchsten Stellenwert und sei untrennbarer Teil des Erziehungs- und Bildungsauftrags der Einrichtungen. Besonders Kinder aus armen Familien würden von der Vollverpflegung nach Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung profitieren, betonte Hesse. Seit dem 1. Januar ist die Gemeinschaftsverpflegung verpflichtender Bestandteil des Betreuungsvertrages zwischen Kita und Eltern. 

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