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Elternrat fühlt sich vom Ministerium ausgegrenzt : Eltern gefällt Erlass für Klassenfahrten nicht

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Der Entwurf eines neuen Klasssenfahrten-Erlasses hat beim Landeselternrat nichts als Unverständnis ausgelöst. Die stellvertretende Landesvorsitzende Claudia Metz sieht sogar den Schulfrieden in Gefahr.

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erstellt am 30.Jun.2013 | 05:24 Uhr

Schwerin | Mehr Geld für die Reisekosten der Lehrer, bessere Planungsmöglichkeiten für die Schulen und bis zu drei Klassenreisen pro Schullaufbahn für alle Schüler - darin sieht Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) drei Highlights für einen neuen Klasssenfahrten-Erlass. Der Entwurf hat beim Landeselternrat allerdings nichts als Unverständnis ausgelöst. Die stellvertretende Landesvorsitzende Claudia Metz sieht sogar den Schulfrieden in Gefahr. Mit der Idee der "selbstständigen Schule" sei die geplante Regelung nicht vereinbar, so Metz. Sie fürchtet, die Schulen würden eher weniger als mehr Geld für Klassenfahrten bekommen.

Der Elternrat fühlt sich vom Ministerium ausgegrenzt. Wer wie das Ministerium quasi zu Beginn der Ferien eine neue Regelung präsentiert, erwecke den Eindruck, sie solle "durchgedrückt" werden und lege auf Beteiligung der Elternvertreter keinen Wert, findet Claudia Metz.

Brodkorb will den Schulen das Reise-Budget jeweils für fünf Jahre zahlen. Nach Ansicht der Eltern aber kann keine Schule die Klassenfahrten fünf Jahre im Voraus planen. Schulen mit besonderer Ausrichtung, etwa Sport- und Musikgymnasien, brauchten zudem mehr Reise-Geld, weil Mannschaften, Chöre und Orchester zu den verschiedensten Wettkämpfen und Musiktreffen fahren müssen. Auch wolle Brodkorb die Schulen bevormunden, indem er Klassenreisen in der vierten Klasse sowie in der Sekundarstufe I und in der Abiturstufe und deren Länge vorschreibe. Darüber, so Metz, müsse jedoch die Schulkonferenz entscheiden können, zumal Brodkorb Klassenfahrten in der Orientierungsstufe offenbar für überflüssig erachtet. Zudem sei das Geld für Wandertage zu knapp bemessen.

Der Landeselternrat begrüßt allerdings, dass Klassenfahrten auch mit privaten Autos der Lehrer oder Eltern unternommen werden dürfen. Minister Brodkorb sieht in seinem Erlass-Entwurf hingegen erstmals ein Recht auf Klassenfahrten für die Schüler verankert. Zwei Klassenfahrten zwischen erster und zehnter Klasse und jährlich ein Wandertag oder eine Exkursion seien "das pädagogische Minimum". Am Gymnasium soll laut Erlass eine dritte Klassenreise in der Abitursstufe hinzukommen. Außerdem versicherte er gegenüber dieser Zeitung: "Jede Schule wird etwa zehn Prozent mehr Geld zur Verfügung haben, einige sogar das Doppelte." Falls einzelne Klassen oder Schulen unternehmenslustiger sind, als es das Reisebudget der Schule hergibt, dürfen sie dafür Zuschüsse von Eltern, Sponsoren oder Fördervereinen nutzen. Das gilt künftig auch wieder für die Reisekosten der Lehrer. Auch der Koalitionspartner der SPD ist zufrieden: "Insgesamt stärkt das neue Verfahren die Schulleitungen und verbessert die Situation für die kleineren Schulen im Land", so Marc Reinhardt aus der CDU-Landtagsfraktion.

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