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Tagung des Landeselternrats : Eltern fordern mehr Geld für Schülerbeförderung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Landeselternrat diskutiert bei seiner Frühjahrstagung über Finanzen, gebundene Ganztagsschule und Stundenausfall

svz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 20:45 Uhr

Der Landeselternrat (LER) fordert von der Landesregierung mehr Engagement bei der Finanzierung des Schülerverkehrs in Mecklenburg-Vorpommern. Auf der Frühjahrstagung des LER heute und morgen in Rostock wollen die delegierten Eltern mit Politikern und Fachleuten über mögliche Wege dahin diskutieren.

Immer mehr Landkreise würden oder wollten Schüler nicht mehr kostenlos zu ihren Schulen bringen, vor allem wenn diese Schule nicht die von Amts wegen festgeschriebene örtlich zuständige für ein Kind ist, sagte die Landesvorsitzende des LER, Claudia Metz, gegenüber unserer Zeitung. „Das beschäftigt die Eltern im ganzen Land.“ Während viele Eltern für die finanziellen Nöte der Landkreise ein gewisses Verständnis aufbrächten, fragten sie sich, warum das Land sich angesichts seiner vielen Steuereinnahmen nicht „mehr engagiere“. Auf der Frühjahrstagung wolle der LER den Politikern durch eine öffentliche Podiumsdiskussion heute „Denkanstöße geben“, zumal das Recht auf freie Schulwahl für ihr Kind von vielen Eltern nur eingeschränkt wahrzunehmen sei, wenn die frei gewählte Schule nur mit erheblichen Zusatzkosten zu erreichen ist. „Wir wollen nichts geschenkt haben“, so Metz, „aber das Land sollte uns entgegenkommen“.

Da die Frühjahrstagung mehr Zeit als sonst für Diskussionen bietet, werden die Eltern wohl auch über die Kritik des Landesjugendrings an der sogenannten gebundenen Ganztagsschule sprechen. Laut Metz gibt es dazu bislang unter den Eltern keine einheitliche oder zumindest mehrheitliche Meinung. „Die einen finden es gut, wenn ihren Kindern noch Zeit für Freizeitaktivitäten außerhalb der Schule bleibt. Die anderen sehen die Vorteile, die die Freizeitangebote nach dem Unterricht direkt an den Schulen bieten.“

Kritik äußerte Metz unterdessen an der Ausfallstunden-Statistik des Schweriner Bildungsministeriums. Das Ministerium komme für die allgemeinbildenden staatlichen Schulen im Schuljahr 2014/15 nur auf eine geringe Ausfallquote von zwei Prozent, weil es Vertretungsstunden nicht als „ausgefallen“ einstufe. Dadurch würde viel Fachunterricht ausfallen, was in der Statistik nicht sichtbar werde. Auch zähle das Ministerium jene Stunden als gegeben, in denen die Schüler in Abwesenheit einer Lehrerin oder eines Lehrers Aufgaben erledigen müssen.

Das Bildungsministerium hatte sich jüngst geweigert, die Ausfallstatistiken aller Schulen zu veröffentlichen. Interessierte Eltern sollen die Daten für die Schule ihres Kindes allerdings erhalten. Allerdings nicht von der Schule, sondern vom Bildungsministerium.
 

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