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Mecklenburg-Vorpommern

20. August 2017 | 09:47 Uhr

Bildung : Eltern: Abitur nach 12 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bei Kopfnoten und Inklusions-Vorbereitung Elternrat uneins mit Minister

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern dringt die Elternschaft in Mecklenburg-Vorpommerns nicht auf eine Abkehr vom Turbo-Abitur. „Die Eltern wollen bei der jetzigen Regelung mit 12 Jahren bleiben. Wichtig ist, dass endlich Kontinuität einzieht“, sagte gestern die Vorsitzende des Landeselternrats, Claudia Metz.

Sie forderte jedoch, die Unterrichtspläne anzupassen und zu entschlacken. „Wenn der Lehrplan entzerrt wird, ist das Abitur auch nach acht Jahren weiterführender Schule zu schaffen“, sagte sie.

MV hatte lange am 12-jährigen Abitur festgehalten, dann 13 Jahre übernommen, um 2006 wieder zu 12 Jahren zurückzukehren.

Vor allem im Westen Deutschlands, wie etwa in Niedersachsen, erlebt das Abitur nach 13 Jahren derzeit aber eine Renaissance. Die Politik reagiert mit Sonderwegen und Modellprojekten auf weit verbreitete Klagen von Schülern und Eltern über höhere Belastungen durch die verkürzte Schulzeit.

Kritik kam vom Elternrat aber an der Wiedereinführung von Kopfnoten und der nach seiner Ansicht unzureichenden Vorbereitung des gemeinsamen Unterrichts von behinderten und nichtbehinderten Schülern. Die Inklusion ist eine Folge der UN-Behindertenrechtskonvention.

„Die Lehrer sind viel zu wenig darauf vorbereitet worden. Wir brauchen Fortbildungen nicht nur für Grundschullehrer, sondern in allen Schulformen bis hin zum Gymnasium“, sagte Metz.

Beklagt wurde auch, dass Schüler mit besonderem Förderbedarf oft sehr lange auf eine fachliche Diagnose durch besonders ausgebildete Pädagogen warten müssten und so eine gezielte Förderung nicht möglich sei.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) kündigte an, dass die Landesregierung in diesem Jahr ein Konzept für die Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems vorlegen und öffentlich diskutieren werde.

„Wer gesellschaftlichen Konsens und eine breite Beteiligung anstrebt, kann Reformen nicht überstürzen, sondern muss schrittweise und behutsam vorgehen“, betonte Brodkorb. Für die Fortbildung von mehr als 2000 Lehrern zum Thema Inklusion stelle das Land gut 18 Millionen Euro zur Verfügung.


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erstellt am 02.Apr.2014 | 07:15 Uhr

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