Todesursache noch unklar : Elf tote Kegelrobben an der Ostseeküste

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Meeresmuseum in Stralsund seziert Tiere

svz.de von
14. Juni 2016, 20:30 Uhr

An der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern sind in den vergangenen zwei Monaten elf tote Kegelrobben entdeckt worden und damit mehr als im Vorjahr. Experten des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund hatten am Dienstag die ersten Tiere seziert. Eine eindeutige Todesursache konnte bislang nicht gefunden werden. Die Tiere seien in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand, so dass keine histologischen und virologischen Untersuchungen mehr möglich gewesen seien, sagte der Meeresbiologe Michael Dähne. „Die Zahl von elf toten Tieren in so kurzer Zeit ist schon ungewöhnlich, aber nicht besorgniserregend“, sagte Dähne. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr waren nach Angaben des Meeresbiologen 14 tote Kegelrobben entdeckt worden. Als mögliche Todesursachen kämen unter anderem mechanische Verletzungen durch Schiffsschrauben oder Fischfang in Betracht. Auch Infektionen seien möglich. Eine Seuche halten die Meeresbiologen jedoch für eher unwahrscheinlich. Dafür seien es zu wenige Tiere, sagte Dähne. Möglich sei auch, dass die steigende Zahl der Todfunde im Anstieg der Kegelrobben-Population vor der Küste begründet ist. Im vergangenen Winter hatten Naturschützer im Greifswalder Bodden knapp 100 Tiere gezählt. Im Winter zuvor waren dort 75 Tiere erfasst worden. Die Zahlen der Totfunde schwanken von Jahr zu Jahr.

Die Tiere galten in der südlichen Ostsee Anfang der 1970er-Jahre als fast ausgestorben. Seehunde und Kegelrobben wurden bis Mitte der 1930er Jahre intensiv gejagt, für abgeschossene Tiere gab es sogar Prämien. Dadurch habe sich die Gesamtzahl der Tiere in der Ostsee von weit mehr als 100 000 auf rund 2000 verringert. Auch die Verschmutzung der Ostsee machte den Säugern zu schaffen. Inzwischen wird der Bestand der Kegelrobben wieder auf rund 20 000 Tiere in der Ostsee geschätzt.

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