zur Navigation springen

Pilotprojekt Uniklinik Rostock : Elektronische Arztbriefe

vom

Die medizinische Versorgung auf dem flachen Land wird zunehmend schwierig. Die Uniklinik Rostock schlägt zur besseren Versorgung von Patienten einen neuen Weg ein

svz.de von
erstellt am 24.Mai.2016 | 18:04 Uhr

In der Rostocker Universitätsklinik hat ein Pilotprojekt zur sogenannten vernetzten Medizin begonnen. Erstmals wurden testweise Arztbriefe der Chirurgischen Klinik an zwei Praxen in Rostock und Stralsund elektronisch versandt, sagte der ärztliche Direktor Christian Schmidt am Dienstag. Künftig sollen andere Bereiche der Klinik und weitere Praxen, Apotheken und Sanitätshäuser miteinander verbunden werden. „Damit legen wir den Grundstein für die künftige medizinische Versorgung im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern.“ Dies sei besonders für Patienten in ländlichen Regionen wichtig. Eine bessere Kommunikation zwischen den medizinischen Leistungserbringern könne die Qualität der Versorgung deutlich steigern.

Es soll ein flächendeckendes Netzwerk geschaffen werden, über das sich alle Beteiligten einfach, sicher und unter Einbindung des Patienten austauschen können. „Höchste Sicherheitsstandards werden eingehalten und Daten nur nach Einwilligung der Patienten versendet“, sagte Schmidt. Über eine Kalenderfunktion könnten Praxen digital Termine für Operationen und Spezialsprechstunden in der Unimedizin koordinieren. Dadurch würden sowohl die Dauer der Diagnosestellung als auch die Zeit bis zur Therapie verkürzt.

Kernstück des Systems sei die elektronische Patientenakte, sagte Bernd Hillebrandt, Geschäftsführer der Versorgungsstrukturen GmbH, einer eigens für die Vernetzung gegründete 100-prozentigen Tochter der Unimedizin. Sie informiere alle Behandlungspartner über aktuelle Patientendaten. Damit werde nicht nur den Ärzten die Arbeit erleichtert, auch der Patient profitiere. „Wenn er sich nach der Operation wieder beim Hausarzt vorstellt, ist der Befund schon da und der Fachmann vorbereitet.“

Auch lägen nach der Operation in der heimischen Apotheke die notwendigen Medikamente. Zudem könnten mehrfache oder fehlerhafte Untersuchungen, die bei Ärzten durch die Unkenntnis die Vorgeschichte des Patienten entstehen nicht kennt, vermieden werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen