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Sicherheitsrisiko : Elch streift auf Usedom umher

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Er grast in Vorgärten und schreitet über die Straßen

svz.de von
erstellt am 08.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Ein junger Elch auf der Insel Usedom beschäftigt seit mehr als zwei Wochen Urlauber und Insulaner. Die Ordnungsbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald sieht in dem Jungbullen nun ein Sicherheitsrisiko. Wie eine Sprecherin des Kreises gestern sagte, wird der Elch als Gefahr eingestuft. Auf Straßen könne es zu Unfällen zwischen dem Tier und Autos oder Radfahrern kommen.

Im Amt Usedom-Nord, wo der Elch zuletzt gesehen wurde, überlege man, das Tier einzufangen und in Gebiete zu transportieren, wo es weniger gefährlich sei, wie Ordnungsamtschef Bernd Meyer sagte. Dort war der Elch allerdings am Mittwoch das letzte Mal gesehen worden.

Die Deutsche Wildtier-Stiftung hält nichts vom Einfangen. „Wir haben auch viele Rothirsche auf Usedom, die eine ähnliche Gefahr darstellen könnten, wenn man so will. Da sollte ein einziger Elch doch zumindest im Moment niemanden aus der Ruhe bringen“, sagte Christian Vorreyer, Gutsleiter Klepelshagen der Deutschen Wildtier-Stiftung.

Nach Angaben der Stiftung werden seit 1990 immer wieder Elche in den östlichen Bundesländern, aber auch in Bayern gesichtet. „Die Population in Polen ist im Wachsen“, sagte Jagd- und Forstexperte Andreas Kinser. Meist handele es sich um Jungbullen, die als Wanderelch einen neuen Lebensraum suchen. Im östlichen Brandenburg könnten sich inzwischen Elche angesiedelt haben.

In Vorpommern waren in den vergangenen Jahren immer wieder Elche gesichtet worden, zuletzt im Mai 2016 bei Rossin südlich von Anklam, im Herbst 2015 bei Löcknitz, 2014 bei Ueckermünde und im Oktober 2013 bei Strasburg. Im Jahr 2011 war ein Elch an der A 20 nahe Greifswald gesehen worden.

Möglicherweise hat auch der diesjährige Usedom-Elch bereits den Weg zum Festland angetreten. Experten der Wildtier-Stiftung halten es für möglich, dass das Tier inzwischen den Peenestrom Richtung Festland durchschwommen haben könnte. Zumindest stellt das Durchqueren dieses Gewässers für einen Elch kein Problem dar, sagte Kinser. Nach Angaben der Stiftung gibt es im Osten Deutschland ausreichend Gebiete, in denen Elche leben könnten: alte Truppenübungsplätze, nationale Naturerbeflächen oder Großschutzgebiete.

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