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Mecklenburg-Vorpommern

16. Dezember 2017 | 10:26 Uhr

Elbebiber lebt längst auch an Zuflüssen

vom

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2012 | 09:02 Uhr

Prignitz | Die Biber kehren wieder in ihre ursprüngliche Heimat zurück: Seit einiger Zeit sind an Prignitzer Gewässern - nicht nur an der Elbe - vermehrt Fraßspuren, Dämme oder Baue von Bibern zu beobachten. Der Bestand des Bibers als streng geschützte Art hat in den letzten Jahren eine erfreuliche Entwicklung genommen. Mit gut 2000 Elbebibern lebt an der brandenburgischen Elbe und Oder etwa ein Drittel des Weltbestandes dieser Unterart des Bibers. Im Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe Brandenburg leben zirka 70 Biberfamilien mit 160 Tieren. Insgesamt wird der Bestand an den bisher besiedelten Gewässern im Landkreis Prignitz auf 220 Tiere geschätzt.

Der Biber ist ein Pflanzenfresser und geschickter Baumeister. Mittlerweile hat er an der Elbe alle verfügbaren Reviere besetzt. Seit einigen Jahren schon wandern die Biber auch die Elbezuflüsse Löcknitz, Stepenitz und Karthane aufwärts. Sie besetzen dort gern Reviere, die ihnen mit einer ausgeprägten Ufervegetation wie Weiden, Erlen und Pappeln eine gute Nahrungsgrundlage sowie die Möglichkeit für den Bau ihrer Burgen als Lebensstätte bieten.

Bei diesen Wanderungen kann es vorkommen, dass die Tiere auch in der Nähe von menschlichen Siedlungen aktiv werden. Hinsichtlich ihrer Ernährung sind Biber sehr flexibel: Sie machen keinen Unterschied zwischen natürlicher Vegetation und in Gewässernähe angebauten Nutzpflanzen. Als besonderen Leckerbissen schätzt der Biber die Rinde und Äste von Obstbäumen. Das stellte jüngst die Besitzerin eines unmittelbar an der Stepenitz gelegenen Gartens in Perleberg fest: Ein Biber hat neben Weiden und Haselgebüsch am Ufer auch ihre Obstbäume benagt. Damit folgt er seinem natürlichen Nahrungstrieb. Es wurde auch schon beobachtet, dass Biber sich an größere Eichen und Buchen heranwagen. Damit betreiben sie offensichtlich "Zahnpflege".

Betroffene Grundstückseigentümer und Gartenbesitzer können selbst Vorsorgemaßnahmen treffen, um ihre Gehölze vor den possierlichen Nagern zu schützen. So sollten Obstbäume, die vom Gewässer her frei zugänglich sind, durch einen stabilen und mindestens einen Meter hohen Maschendrahtzaun als Verbissschutz gesichert werden. Mit relativ einfachen und zumutbaren Aufwendungen könne man Schäden vermeiden und durchaus friedlich mit dem Biber zusammenleben.

Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde stehen hier gern für eine Beratung zur Verfügung. Ansprechpartner ist Marcus Pankow, Tel. 03876 / 71 37 29.


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