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Schulen in MV : Eklige Schulklos, schimmlige Mauern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zwei von drei Hygienekontrollen deckten zum Teil gravierende Mängel auf. Kennen Sie weitere Fälle? Dann schicken Sie uns Fotos.

svz.de von
erstellt am 31.Mär.2017 | 20:45 Uhr

Es sind haarsträubende Zustände, die Kontrolleure im vergangenen Jahr an öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen des Landes aufdeckten: Mängel an Sanitäranlagen, überlagertes oder fehlendes Erste-Hilfe-Material, Schimmelpilzbefall, Feuchteschäden und Geruchsbelästigungen sind in den Protokollen festgehalten, wie das Gesundheitsministerium in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten und -Fraktionschefin Simone Oldenburg aufführt. Demnach haben die öffentlichen Gesundheitsämter im Jahr 2016 landesweit 62 Kontrollen an allgemeinbildenden und 18 Kontrollen an beruflichen Schulen durchgeführt. Bei zwei von drei dieser Überprüfungen – 42-mal an allgemein-bildenden und 13 -mal an beruflichen Schulen – wurden Mängel festgestellt. Häufigste Kritikpunkte bezogen sich auf die Sanierungs- und Renovierungsbedürftigkeit sowie den Reinigungszustand bzw. die Sauberkeit.

Auffällig: Die Anzahl der Kontrollen in den einzelnen Landkreisen bzw. kreisfreien Städten unterscheidet sich enorm. Während beispielsweise in der Stadt Schwerin nur vier Kontrollen stattfanden, davon zwei mit Beanstandungen, gab es in Rostock 15 Überprüfungen, die alle Mängel aufdeckten. Bei den Landkreisen reicht die Spanne von nur zwei Kontrollen im Jahr in Vorpommern-Rügen und dem Landkreis Rostock bis zu 22 im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Einem Sprecher des Gesundheitsministeriums zufolge lässt sich daraus aber keine Kritik am öffentlichen Gesundheitsdienst ableiten. Gesetzlich vorgegebenen sei lediglich, jede Schule mindestens einmal binnen drei bis fünf Jahren zu kontrollieren.

Weitere Fälle
Kennen Sie auch Dreckecken in Schulen in MV? Dann schicken Sie uns ein Foto unter Angabe Ihres Namens, Aufnahmeort und Name der abgebildeten Schule per E-Mail an leserbrief@svz.de. Wir veröffentlichen einige Fotos und gehen den Fällen nach.

Für Simone Oldenburg belegt die Antwort auf ihre Anfrage einmal mehr, dass an den Schulen an allen Ecken und Enden gespart wird, an der Unterrichtsausstattung ebenso wie an den Gebäuden. „Es hat sich ein enormer Investitionsstau aufgebaut“, weiß die Linken-Politikerin. Und: „Das Land lässt die Schulträger am langen Arm verhungern.“ Kindern seien die aufgedeckten unhygienischen Zustände und Mängel jedenfalls nicht zuzumuten.

Dass auch fehlende Hygienepläne und Belehrungen gerügt werden mussten, sei ein Unding: Von Schülern würde erwartet, dass sie ihre Hausaufgaben machen. Das Gleiche müsse man aber auch von den Schulleitungen erwarten, so Oldenburg.

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