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Mecklenburg-Vorpommern

20. September 2017 | 03:50 Uhr

Wetter : Eisheilige lassen Gartenfreunde kalt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Immer mehr Hobbygärtner im Land bepflanzen ihre Beete und Balkone bereits vor der „kalten Sophie“ mit Sommerblumen – ganz zur Freude der Gartencenter und Baumärkte.

svz.de von
erstellt am 10.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Einst waren sie der Schrecken jedes Gärtners: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofie – besser bekannt als Eisheilige. Heute werden die nach Bischöfen und Märtyrern benannten Tage vom 11. bis 15. Mai, in denen es oft zu Kälteeinbrüchen kommt, nicht mehr so ernst genommen. So haben sich viele Blumen- und Gartenfreunde auch dieses Jahr nicht davon abhalten lassen, bereits im April ihre Beete, Balkone und Kübel mit Frühlings- und sogar Sommerblumen zu schmücken.

Das freut vor allem die Betreiber von Gartencentern und Baumärkten im Land. Ihre Geschäfte laufen derzeit auf Hochtouren – auch dank des milden Frühlings in diesem Jahr. „Durch das früh einsetzende und dann auch lang anhaltende Frühjahr lief das Geschäft mit Frühblühern deutlich besser als vor Jahresfrist“, sagt Eckhard Heinemann von Rostocks Gartenfachmarkt Grönfingers. Besonders beliebt bei seinen Kunden: Stiefmütterchen und Hornveilchen, ebenso Primeln und Tausendschönchen.

Die Nachfrage nach Sommerblumen sei seit Ostern sehr hoch. Angesagt seien vor allem ausgefallene und robuste Sorten sowie Pflanzen regionaler Herkunft. „Bestseller sind unsere Geranien in vielen Sorten und Farben sowie verschiedenste Hängepetunien“, so Heinemann.

Auch bei Benno Piccenini von Picceninis Gartenwelt in Boddin startete die diesjährige Gartensaison so früh wie nie. „Viele Kunden haben bereits im Frühjahr nach Sommerblumen gefragt“, erzählt der Blumenexperte, der für sein reichhaltiges Rosensortiment bekannt ist. „Im Januar konnten wir schon 50 Rosen verkaufen – so viele wie 2013 nicht mal bis zum April.“ In den vergangenen Wochen gingen bei ihm neben Rosen vor allem Petunien über den Ladentisch.

Die guten Erlöse sieht Piccenini als Möglichkeit für alle Gärtnereien, sich von den Strapazen des vergangenen Jahres zu erholen, als die Saison der Frühlingsblüher wegen des langen Winters fast ausgefallen war und der Verkauf von Sommerblumen nur schleppend anlief. „Viele mussten damals Beet- und Balkonpflanzen wegschmeißen“, sagt er.

Dieses Jahr sieht das ganz anders aus. Das wird auch bei einem Besuch im Grönfingers deutlich, wo sich derzeit Scharen an Hobbygärtnern mit Pflanzen eindecken. „Unser Geschäft ist deutlich besser als 2013 und auch besser als 2012“, zieht Heinemann eine erste Bilanz.

Und der Verkauf könnte noch weiter so gut laufen. Denn nach seinen Angaben gebe es einige Kunden, die sehr wohl die Pflanzsaison erst nach den Eisheiligen beginnen. „Vor allem ältere Kunden mit gärtnerischer Erfahrung sind etwas vorsichtiger“, sagt er. Zudem sei die Landbevölkerung etwas witterungsbewusster, also abwartender eingestellt als Städter.

Für diejenigen, die bereits vor den Eisheiligen gepflanzt haben und nun tiefe Nachttemperaturen fürchten, hält Heinemann ein paar Tipps bereit. So rät er bei Frostgefahr, Sommerblumen in Kübeln oder Kästen ins Haus zu holen oder mit einem leichten Tuch abzudecken.

Aber auch wenn kein Frost kommen sollte, empfiehlt er, vorsichtig zu sein. Denn auch kühle Nächte können riskant sein – insbesondere für empfindliche Gemüsepflanzen. „Eine große Gefahr sehe ich für Gewächshausgurken, denn diese brauchen eine Mindesttemperatur von acht Grad. Die Gewächshäuser müssen, wenn nötig, also beheizt werden. Auch Zucchini, Kürbis und Freilandgurken sollten mit einem Vlies abgedeckt werden.“

Auf jeden Fall sollten die Wettervorhersagen im Auge behalten werden, weist Piccenini hin. „Man kann sich nicht darauf verlassen, dass mit dem 15. Mai die Eisheiligen vorbei sind. Die können auch später kommen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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