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Naturspektakel an der Müritz : Eis an Steg in Waren aufgesägt

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Die vereiste Müritz lockt Urlauber nach Waren. Doch das Eis birgt auch Gefahren. Jetzt musste sogar die Motorsäge ran.

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Technik gegen Eisdruck: Bei Sonne und Reif hat die Stadt Waren das Eis der Müritz aus Sicherheitsgründen aufschneiden lassen. „Als Erstes wurde die Steganlage am Volksbad geschützt“, sagte Stadtbauhofleiter Holger Huhs am Dienstag in Waren. Mit einer Spezialmotorsäge, die ein doppelt so langes Blatt wie herkömmliche Motorkettensägen hat, wurde am Steg ein langer Streifen Eis aufgetrennt. Die bis zu 18 Zentimeter starken Eisplatten und -blöcke wurden weggeschoben oder herausgeholt und die Streifen mit Schilf gesichert.„Bei den neuen Molen im Stadthafen ist das noch nicht nötig. Diese sind für mindestens 30 Zentimeter Eisstärke ausgelegt“, erklärte der Leiter des Bauamtes der Stadt, Gunter Lüdde.

Etliche Schaulustige verfolgten die Arbeiten. Das Ziel der ungewöhnlichen Aktion ist, dass die Stege bei Tauwetter und Wind nicht vom Eis zerquetscht werden. Die Stadt prüft noch, inwieweit weitere Stege in den nächsten Tagen freigeschnitten werden müssen.

Das dicke Eis reagierte nach dem Freischneiden und bei warmer Sonnenstrahlung sofort: Es bildeten sich neue Risse über der rund zwei Kilometer breiten Binnenmüritz und es erklangen dumpfe Töne.

Die mehr als 100 Quadratkilometer große Müritz ist seit Ende Januar zugefroren. Schon am Wochenende nutzten viele Schlittschuhläufer und einige Eissegler das seltene Naturspektakel, das ein- bis zweimal in zehn Jahren vorkommt.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt in Waren hat auf der Müritz inzwischen Eisstärken zwischen 15 und 18 Zentimeter gemessen, das Eis auf Kölpinsee und Fleesensee sei ähnlich dick, hieß es. Die Behörden raten aber zu großer Vorsicht: Auf fast allen Seen haben sich durch Strömungen, Sonne, Wind und Wildvögel kleine, freie Wasserstellen erhalten. In den nächsten Tagen soll es nachts frieren und die Sonne tagsüber für Temperaturen um sechs Grad sorgen.

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