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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 01:15 Uhr

Einspareffekt verpufft

vom

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2007 | 07:40 Uhr

Für die gesetzlichen Krankenkassen waren die Verordnungen der Ärzte der zweitgrößte Kostenblock nach den Krankenhausausgaben, 25 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Mit neuen Sparvorschriften war es 2006 vorübergehend gelungen, den Anstieg zu stoppen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidts Gesetz für mehr Wirtschaftlichkeit bei der Verordnung von Arzneimitteln hat sich für die Versicherten und Patienten ausgezahlt. Für Tausende von Präparaten, die billiger angeboten werden, entfällt die Zuzahlung. Das spart doppelt Geld – bei den Krankenkassenbeiträgen und den Patienten.
Doch nach der kurzen Atempause steigen die Ausgaben für Medikamente wieder im zweistelligen Prozentbereich. Die Pharmafirmen sind daran gewiss nicht allein schuld. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer ist ein Grund, die demografische Entwicklung und der medizinische Fortschritt andere. Neue Mittel gegen bisher unbehandelbare Krankheiten und deutlich bessere Arzneien sind gewünscht. Und sie müssen auch zu einem angemessenen Preis bezahlt werden. Doch leider wird der lukrative Markt als Einladung zum Abkassieren verstanden. Scheininnovationen werden patentiert und für teures Geld angeboten, teure Mittel neu entwickelt, statt auf bewährte zu setzen. Hier müssen Politik und Krankenkassen, aber auch Ärzte und Apotheker aufklären und sich solchen Methoden der Pharmaindustrie widersetzen.

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