Ehrenamts-Serie (5) : Einsatz außerhalb des Unterrichts

Kleiner Erste-Hilfe-Kurs in der DRK-Kita „Spatzennest“ in Grevesmühlen: Alina (l.) legt Lehrer Frank Schuster den Verband so an, wie es ihr Schulsanitäterin Sophie Seifert (2.v.l.) vorher erklärt hat. Emilia schaut aufmerksam zu. Fotos: Hoffmann
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Kleiner Erste-Hilfe-Kurs in der DRK-Kita „Spatzennest“ in Grevesmühlen: Alina (l.) legt Lehrer Frank Schuster den Verband so an, wie es ihr Schulsanitäterin Sophie Seifert (2.v.l.) vorher erklärt hat. Emilia schaut aufmerksam zu. Fotos: Hoffmann

Grevesmühlener Lehrer bildet Schulsanitäter und Rettungsschwimmer aus / Erste-Hilfe-Kurs in der Kita

svz.de von
07. März 2014, 10:33 Uhr

Was macht man eigentlich, wenn sich jemand verletzt hat? Das wollen die Kinder der DRK-Kita „Spatzennest“ im nordwestmecklenburgischen Grevesmühlen jetzt ganz genau wissen. Gespannt blicken sie auf Ulrike Knoll und Denise Dombrowsky. Die beiden 17-jährigen Schulsanitäterinnen des örtlichen Gymnasiums knien auf einer Matte zwischen zwei Zuschauerbänken und erklären den Kleinen, was zu tun ist. „Erst einmal fragt ihr, ob ihr helfen könnt“, sagt Ulrike. Und wenn etwas Schlimmeres passiert ist? „Dann muss man Hilfe holen und die 112 wählen“, weiß die kleine Emilie. „Sehr gut", lobt Ulrike. Dann bittet sie Emilie, sich auf die Matte zu legen, um den anderen Mädchen und Jungen mit ihrer Hilfe zu demonstrieren, wie man bei einem Schock die Beine hochlegt oder was die stabile Seitenlage ist.

Das alles machen Ulrike und Denise in ihrer Freizeit. Genau wie ihre Mitschülerinnen Aylien Schadewaldt und Sophie Seifert, die gerade einer anderen Kita-Gruppe erklären, wann und wie man Pflaster und Verbände benutzt. „Ich finde es toll, dass die Mädchen zu uns in die Einrichtung kommen, um unseren Kindern etwas über Erste Hilfe zu erzählen“, sagt Kita-Leiterin Biggi Dramm.

Ermöglicht hat den kleinen Erste-Hilfe-Kurs Frank Schuster. Der Sport- und Biologielehrer ist Gesundheitsbeauftragter des Gymnasiums am Tannenberg in Grevesmühlen und bildet unter den Schülern sowohl Sanitäter als auch Rettungsschwimmer aus. Ein Ehrenamt, das er mit Herzblut ausfüllt. „Dadurch kann ich den Schülern weitere Angebote machen, die im Unterricht so nicht möglich sind“, sagt der 40-Jährige. Freiwilliges Engagement ist ihm wichtig. „Wenn mich etwas interessiert, dann bin ich auch voll dabei“, so der Pädagoge.

Interessiert hat ihn vor allem, das Schwimmen an die Schule zu holen. „Die Schwimmfähigkeiten der Kinder und Jugendlichen haben nachgelassen“, weiß der Rotkreuzler. Darüber hinaus würden händeringend Rettungsschwimmer für die zahlreichen Badestellen in der Region gesucht.

Angefangen hat Frank Schuster aber zunächst mit dem Schulsanitätsdienst – im Rahmen der Ersten Hilfe für den Führerschein. Was im Jahr 2004 mit einer Handvoll Schüler begann, hat sich inzwischen auf die Ausbildung von 12 bis 15 Schulsanitätern pro Jahr ausgeweitet. Seit zwei Jahren fährt Schuster außerdem wöchentlich mit 12 bis 20 Jugendlichen zum Schwimmtraining nach Wismar – 35 Jungen und Mädchen haben seither die Ausbildung zum Rettungsschwimmer durchlaufen.

Sein Einsatz ist zum Teil in das Schulkonzept integriert, reicht aber auch darüber hinaus. Für Schuster ist das kein Problem. Die Schule unterstütze sein Anliegen und er engagiere sich gern auch außerhalb des Unterrichts, betont der Lehrer: „Mit dem Gymnasium und dem DRK habe ich zwei starke Partner an meiner Seite.“

Seine Schüler wissen wiederum, dass die zusätzlichen Ausbildungen neben dem regulären Unterricht noch einen nützlichen Nebeneffekt haben: Sie belegen in späteren Bewerbungsunterlagen die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Dazu gehört auch, anderen etwas von dem weiterzugeben, was man selbst gelernt hat. „Das macht richtig Spaß“, sagt die 17-jährige Schulsanitäterin Sophie, während sie sich in der Kita Spatzennest von der kleinen Alina fachgerecht ein Pflaster aufkleben lässt. „Ich finde es wichtig, über Erste Hilfe Bescheid zu wissen“, meint auch ihre Mitschülerin Aylien. „Das braucht man schließlich im Leben.“

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