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Landwirtschaftsminister Till Backhaus : Einladung an Wahlhelfer bringt neuen Ärger ein

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Eine Einladung der Wahlhelfer zur Hengstparade ins Landgestüt Redefin hat Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) neuen Ärger eingebracht. Der Vorwurf: Er wolle auf Kosten des Steuerzahlers sein Image aufgebessern.

svz.de von
erstellt am 26.Sep.2013 | 06:46 Uhr

Schwerin | Eine Einladung der Wahlhelfer im Land zur Hengstparade ins Landgestüt Redefin hat Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) neuen Ärger eingebracht. Die Opposition aus Linken und Grünen warf ihm vor, damit nur sein eigenes Image aufbessern zu wollen, und das auf Kosten des Steuerzahlers. Der Minister wies die Vorwürfe gestern zurück. Die Idee zur Einladung stamme aus seinem Ministerium, und er habe sie gut gefunden, sagte Backhaus. Anfang der Woche habe sich abgezeichnet, dass die letzte der drei Hengstparaden im Gegensatz zu den ersten beiden nicht ausverkauft sein würde. Etwa 2000 Karten seien noch vorhanden, 1000 würden erfahrungsgemäß noch an der Tageskasse verkauft.

So sei der Vorschlag entstanden, Wahlhelfer und deren Kinder einzuladen. Eine weitere Karte für einen Erwachsenen müsse gekauft werden. "Ich bin ein betriebswirtschaftlich denkender Mensch", sagte Backhaus. Auf diese Weise würden mehr Karten verkauft, die Gastronomie und auch die fliegenden Händler am Rande der Veranstaltung würden mehr Umsatz machen und im nächsten Jahr wiederkommen. Und natürlich seien volle Ränge schöner als halb leere.

Backhaus sagte, gerade die Hengstpa-raden würden dem Gestüt Geld einbringen. Dass die letzte in diesem Jahr noch nicht ausverkauft gewesen sei, liege möglicherweise an dem Überangebot an Feiern und Erntedankfesten zurzeit. Zudem kosteten die Karten mit bis zu 25 Euro für eine vierköpfige Familie auch viel Geld.

Das Landgestüt muss jährlich mit 1,6 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt unterstützt werden. Backhaus verteidigte diese Ausgaben: "Das Landgestüt ist ein lebendes Denkmal." 44 Menschen seien dort beschäftigt. Keines der zehn Landgestüte in der Bundesrepublik arbeite kostendeckend.

Die Linksfraktion im Landtag hatte am Mittwoch die Einladung der Wahlhelfer kritisiert. Ihr innenpolitischer Sprecher Peter Ritter erklärte: "Nachdem in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen über Herrn Backhaus mehr im Zusammenhang mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und möglichen Verstößen gegen das Ministergesetz geprägt waren als von Leistungen des Ministers, soll nun offenbar das ramponierte Image aufpoliert werden."

Nach einem Streit mit einem Autofahrer ermittelt die Rostocker Staatsanwaltschaft gegen Backhaus wegen des Verdachts der Körperverletzung. Außerdem wurde gegen ihn eine Anzeige wegen des möglichen Verdachts der Steuerhinterziehung und des Prozessbetrugs eingereicht. Hintergrund ist ein Streit zwischen dem Minister und seiner ehemaligen Lebensgefährtin.

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