Durchbruch : Einigung bei Herzogskunst

Der Goldene Saal im Schloss  Ludwigslust, in dem ab 2016 die Herzogs-Sammlung  gezeigt werden soll.
Der Goldene Saal im Schloss Ludwigslust, in dem ab 2016 die Herzogs-Sammlung gezeigt werden soll.

Nach jahrelangen Verhandlungen Preis von 10 Mio. Euro mit Donata Herzogin zu Mecklenburg ausgehandelt

svz.de von
25. März 2014, 07:29 Uhr

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) ist offenbar der Durchbruch beim Poker um die Kunstsammlung der ehemaligen Herzöge Mecklenburgs gelungen. Nach Information unserer Redaktion kauft das Land für gut zehn Millionen Euro einen Großteil der 260 Gemälde, Möbelstücke, Waffen, Uhren und Kunstgegenstände, über die seit mehr als zehn Jahren mit Donata Herzogin zu Mecklenburg verhandelt wurde. Einige Stücke bekommt das Land demnach als Dauerleihgabe. Brodkorb wollte zu dem Geschäft nicht Stellung nehmen.

Der Preis liegt um gut zwei Millionen Euro höher als vor drei Jahren, als die Verhandlungen kurz vor dem Scheitern standen. Ein Teil des Kaufpreises sollte damals mit 300 Hektar Wald beglichen werden. Das erschien Teilen der SPD und der Linkspartei vor der Landtagswahl politisch nicht opportun. Bis dahin hatte sich Brodkorbs Vorgänger Henry Tesch (CDU) mit der Herzogin auf 7,9 Millionen Euro für 234 Kunstwerke geeinigt.

Als die Verhandlungen wieder aufgenommen wurden, bestand Brodkorb ursprünglich auf den Ankauf der kompletten Sammlung. Sie gilt unter Experten als kulturhistorisch äußerst wertvoll. Zudem wurden inzwischen unter anderem auf dem Dachboden des Schlosses in Ludwigslust weitere Kunstwerke aus dem Besitz der Herzogfamilie entdeckt, die in den Kaufpreis mit einflossen. Letztlich sind auch die Preise auf dem Kunstmarkt insgesamt gestiegen, was der Position der Herzogsfamilie zugute kam.

Andererseits wollte Brodkorb die Sammlung als nationales Kulturgut unter Schutz stellen. Dadurch wäre es der Mecklenburg-Familie unmöglich gewesen, Teile ins Ausland zu verkaufen, falls das Geschäft mit dem Land scheitert.

Mit der „Sammlung Christian Ludwig“, benannt nach Donatas Vater, will das Land das Schloss in Ludwigslust ausstatten. Nach der Sanierung soll in spätestens zwei Jahren „herzogliches Leben“ präsentiert werden. Ein Großteil dieser Sammlung war nach dem Zweiten Weltkrieg in Ludwigslust beschlagnahmt worden, wo der 1918 entmachtete Großherzog lebte. 1997 wurde die Sammlung wieder der Familie zu Mecklenburg zugesprochen.

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