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Bereitschaftspolizei : Eingeschränkter Dienst am Strand

vom
Aus der Onlineredaktion

Weil Bereitschaftspolizisten aus MV im Juli in Hamburg gebraucht werden, können sie ihre Kollegen im Bäderdienst nicht unterstützen

svz.de von
erstellt am 11.Apr.2017 | 05:00 Uhr

In der Haupturlaubszeit sind die Kollegen von der Bereitschaftspolizei immer eine willkommene Verstärkung in den Revieren des Landes. Über den Sommer hinweg unterstützen rund 80 Beamte im sogenannten Bäderdienst die Revierpolizisten und gehen mit ihnen auf Campingplätzen, an Uferpromenaden und an den Stränden gemeinsam auf Streife. Das Konzept hat sich bewährt. Doch dieses Jahr müssen die Reviere auf die personelle Unterstützung zeitweise verzichten. Die Bereitschaftspolizisten werden woanders dringender benötigt. Sie werden Anfang Juli für eine Woche aus dem Bäderdienst abgezogen und zur Absicherung des G20-Gipfels nach Hamburg beordert. Das bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums gegenüber unserer Zeitung.

Der Bäderdienst wird dann eine Woche lang nur in abgespeckter Form weiterlaufen. Statt der üblichen 200 Beamten, werden lediglich 120 Ordnungshüter der Landespolizei für Sicherheit und Ordnung an der Küste und in den Urlaubshochburgen sorgen. „Da müssen wir dann Abstriche machen“, sagt der Leiter des Polizeihauptreviers in Bergen, Mario Ullrich. Auf die eine oder andere Zeltplatzkontrolle und Streife auf der Promenade werde dann wohl verzichtet. „Das ist ein gravierender Einschnitt, ausgerechnet in der Urlaubshochzeit. Die Großlage in Hamburg bringt uns an die Leistungsgrenze“, gibt auch der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Christian Schumacher zu bedenken.

Andererseits ist die Abordnung der Beamten zum G20-Gipfel nach Hamburg aus Sicht des GdP-Landeschefs „definitiv notwendig“. Das ist eine „brisante Einsatzlage“, sagt Schumacher. Die Polizisten aus MV würden für den Einsatz an der Elbe dringend gebraucht. Drei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei, inklusive Wasserwerfer, wird das Innenministerium insgesamt zum Einsatz nach Hamburg entsenden, wie der Ministeriumssprecher mitteilt.

Über den vorübergehenden Abzug von 80 Ordnungshütern ist auch der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes nicht gerade glücklich. „Das ist natürlich schade. Der Bäderdienst hat eine wichtige Bedeutung für das Sicherheitsgefühl der Urlauber“, findet Bernd Fischer. Alleine in den Kaiserbädern Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin tummeln sich in den Sommermonaten täglich bis zu 35 000 Menschen. „Bei deutlich mehr Menschen, braucht man auch mehr Polizei“, sagt Fischer. Aber er zeigt auch Verständnis dafür, dass Mecklenburg-Vorpommern beim Einsatz in der Elbemetropole mithilft. „Der Gipfel hat herausragende politische Bedeutung. Die Absicherung der Veranstaltung zu unterstützen, ist eine solidarische Pflicht“, erklärt Fischer. Die Situation an der Küste und in den Urlaubsorten werde man auch mit einer vorübergehend reduzierten Anzahl von Ordnungshütern gut in den Griff bekommen. Optimistisch gibt sich auch der Kurdirektor der Kaiserbäder, Thomas Heilmann: . „Es ist nicht optimal. Aber wir werden es überstehen.“

Reaktion auf Nazi-Krawalle

Der Bäderdienst der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern  wurde  Anfang der 90er Jahre eingeführt, als mehrere rechtsextremistisch motivierte Überfälle auf Touristen für erhebliche Unruhe und Verunsicherung sorgten. Trauriger Höhepunkt der Gewaltserie war ein Übergriff von rund 50 Neonazis auf einem Campingplatz bei  Plau am See. Die Rechtsextremisten hatten ein kirchliche Jugendgruppe aus den westlichen Bundesländern überfallen.  Die Jugendlichen wurden bedroht und die Betreuer  geschlagen. Die Folge war ein spürbarer Imageschaden: Camping-Touristen fühlten sich nicht mehr sicher in MV und machten lieber woanders Urlaub.

 

 

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