Udo Lindenberg vor Schwerin-Konzerten : „Einer muss den Job ja machen...“

Zum „Panikfamilien“-Domizil hatte Udo Lindenberg das Maritim Seehotel in Timmendorfer Strand in den letzten April-Tagen erklärt - hier wurde geprobt, gewohnt, gelebt.
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Zum „Panikfamilien“-Domizil hatte Udo Lindenberg das Maritim Seehotel in Timmendorfer Strand in den letzten April-Tagen erklärt - hier wurde geprobt, gewohnt, gelebt.

Udo Lindenberg startet am Mittwoch in Kiel zu seiner Live-Tour. Sonnabend und Sonntag Konzerte in Schwerin

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02. Mai 2017, 20:55 Uhr

Die beiden „Echos 2017“ sind ausgiebig gefeiert, das neue Abenteuer voll im Visier: Udo Lindenberg startet am Mittwoch in Kiel zu seiner „Stärker als die Zeit“-Tournee. Gleich darauf setzt die Panik-Familie auch schon zur Landung in Schwerin an - am 6. und 7. Mai rockt Udo die Sport- und Kongresshalle. Nur für Sonntag sind mit Glück noch einige wenige Restkarten zu ergattern. Die „Nachtigall“ ist Kult - kaum zu glauben, so 25 Jahre nach dem „Echo“ für sein Lebenswerk. Aber herrlich wahr!

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„... und Euch gehör’!“ - Ja, so passt das. Das hat Kraft. Zufrieden nimmt Udo Lindenberg einen Zug von seiner Zigarre. Einmal den Schlusspart von „Eldorado“ nochmal, dann gleich rein ins Akkordeon-Intro von „Goodbye Sailor“. Die Proben sind auf der Zielgeraden. Am Abend wird es noch einen Durchlauf geben. Wir sind exklusiv dabei. Am nächsten Tag kommen ungefähr 1000 Leute zum „Family & Friends“-Konzert, einer sehr intimen, traditionellen Generalprobe. „Wir spielen das Programm durch, da geht‘s um die Songs, die Spannungsbögen - all sowas testen wir. Die große Technik gibt es noch nicht. Das kommt dann ab Kiel.“

 

Drei Jahre hat der Deutschrocker zuletzt die großen Stadien gefüllt. „Das war der absolute Hammer! Über 800 000 Zuschauer - und jetzt kommen nochmal 200 000 dazu. Nach dem letzten Auftritt 2016 lagen wir uns in den Armen, da flossen Tränen“, erinnert sich Udo. „Das törnt so an. Wir waren alle auf dem Trip: ,Das muss doch weitergehen‘ - Und wir müssen auch dringend mal nach Schwerin. Waren lange nicht mehr in Meckpomm!“

„Das ist doch Udo Lindenberg, hörst Du?“

Draußen, auf der Promenade vorm ehrwürdigen Maritim Seehotel am Timmendorfer Strand, bleiben immer wieder Pärchen stehen. „Das ist doch Udo Lindenberg, hörst Du?“ – „Ach was...“ – „Doch, das ist ,Odyssee’, ich erkenn’ das genau!“ Recht hat der Mann: Mit diesem Song startet das Konzert, und dann geht es mit „Einer muss den Job ja machen“ gleich ins aktuelle Album. Andere Passanten sind an die Saal-Fenster geschlendert und lauschen mit wippenden Füßen der Musik. Einige Meter weiter, am Strandzugang, steht eine Skulptur - der Mann mit Hut vor einem stilisierten „Horizont“, hinter dem es natürlich weitergeht. Das Kunstwerk steht nicht zufällig hier: 1986 schrieb Udo im Maritim seinen gleichnamigen Hit.

„Als etwas älterer Vogel musst Du ja fit bleiben, ne“

„Ja, es ist immer sehr cool hier“, plaudert der Altrocker über die temporäre Umwandlung des Hotels in sein Panikfamilien-Domizil. „Wir machen das schon seit zehn, 15 Jahren. Ideal! Guck mal, wir sind hier alle zusammen im Hotel, können draußen joggen am Strand und so. Ich auch - nachts zur Geisterstunde.“ Der 71-Jährige lacht. „Aber dann renn' ich hier in der Gegend rum. Am Strand lang, so ’ne halbe Stunde. Und dann Body-Workout. Als etwas älterer Vogel musst Du ja auch fit bleiben, ne!“ In der Tat staunt man, wenn man Udo schlaksig und ausdauernd über die Bühne tanzen sieht. Aber der kontert ganz easy: „Das mach' ich gerne, auch für mich - denn einer muss den Job ja machen!“

 

Was erwartet die Fans in Schwerin? „Neben ,Stärker als die Zeit’ gibt's die ganze Lifestory, weißt Du, die ganze Panikstory. Mit den neuen Songs ,Schwere Zeiten‘, ,Plan B‘, ,Coole Socke‘... Also es geht richtig ab.“ Auch die alten Hits sind dabei, verspricht Udo. „Das wollen die Fans natürlich hören.“ Und er wäre nicht Udo, würde er nicht politisch bleiben. „Jetzt mit ,Kosmosliebe‘ aktuell. Klar. Wir machen ja nicht nur Entertainment. Wir singen über das ganze Leben. Da ist Politik auch ein Teil. Gerade gegen rechts außen, Nationalismus, Nationalgedröhne und Rassismus. Die Tolerante Bunte Republik – das ist ja das, wofür wir stehen.“

Wiedersehen mit „süßen Kurzen“ nach 20 Jahren

Bei Schwerin erinnert sich Udo Lindenberg auch immer gern an die Volleyballerinnen. „Die süßen Kurzen, ja Mensch - der Brief... Das ist auch schon wieder 20 Jahre her.“ Damals hatte er – und am vergangenen Dienstag tat er das mit Freude (und Erfolg) wieder – den SSC-Damen per Brief für die Meisterschaft alles Gute gewünscht. Von der Staffelei in seiner Atlantik-Suite aus - der Panikrocker startete gerade mit seinen Likörellen als Maler durch. Für Sonnabend hat er die „Volley-Primadonnen“ von ’97 und aktuelle Spielerinnen auf einen Plausch eingeladen. Ist halt ’ne „coole Socke“, der Udo. Ne?

 
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