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Grünen Woche : Einen Riga Black zum Nachspülen, bitte!

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Partnerland Lettland will seine Vielfalt präsentieren – Brot und Bier auf nordische Art neu entdecken

1600 Messestände mit Spezialitäten aus rund 70 Ländern laden seit Freitag zu einer globalen Schlemmermeile ein. Bei der 80. Auflage der Grünen Woche wird sich erstmals Lettland als Partnerland so groß wie noch nie präsentieren.

Die Halle 8.2 verwandelte sich so von Tag zu Tag mehr in eine imaginäre lettische Landschaft. Bilder von der Steilküste und Wiesen mit Kühen sollen zeigen, wie vielfältig der baltische Staat ist. Im künstlichen Wald ragt stolz eine Eiche empor. Der Nationalbaum der Letten steht symbolisch für den wichtigsten Exportartikel des kleinen Landes, das auf der weltgrößten Landwirtschaftsschau ganz groß rauskommen will. Mehr als 100 lettische Aussteller wollen die Besucher zehn Tage lang verwöhnen. „Sie haben den Anspruch, viele Häppchen kostenlos anzubieten“, sagt Lettland-Sprecher Bernd Schwintowski.

„Besonders das, was in der Pfanne geröstet und mit Kräutern oder Knoblauch gewürzt wurde, ist richtig knusprig und der perfekte Begleiter zum lettischen Bier“, schwärmt Schwintowski. Auch das bekomme man als Deutscher nur auf der Messe zu trinken. Der Zwei-Millionen-Einwohner-Staat braue zwar viel, doch da die Letten selbst starke Biertrinker seien, reiche es nicht für den Export.

Ganz anders ist es mit dem Holz. So finden sich zum Beispiel lettische Birken in deutschen Mercedessen. In der Lettland-Halle haben Holzkünstler drei Tage lang an dem Turm aus überdimensionierten Schaschlik-Spießen gefeilt, der nun Messe-Treffpunkt sein soll. Auch das historische Bauernhaus steht schon. Äußerlich mit traditionellen Holzschindeln geschmückt, bietet sich dem Eintretenden im Innern ein überraschend moderner Anblick. Eine Symbiose aus Tradition und Moderne, die stellvertretend für das Land steht, das nach dem EU-Beitritt 2004 einen Boom erlebte.

Zu den typischen lettischen Spezialitäten gehört Fisch. Besucher erwarten Herings- und Lachsplatten, gebratene Lampreten oder Zander in Käse-Spinat-Sauce. Aber auch Roastbeef mit Johannisbeergelee, Graupenpilaw mit Gemüse und Pilzen, Salat mit Kümmelkäse und mariniertem Kürbis. Das Ganze kann der Gast mit einem Riga-Black-Balsam herunterspülen, einem Likör, den man mit warmem Obstsaft verdünnen kann. Wem das immer noch zu hart ist, dem sei Kwass empfohlen, jenes legendäre baltische Erfrischungsgetränk aus Roggen und Malz, Hefe oder Sauerteig, das bereits im Jahre 989 urkundliche Erwähnung fand.

Auch vom lettischen Käse wird es genug zu probieren geben, prophezeit Schwintowski. Ein guter Tag, die Lettland-Halle kennenzulernen, ist heute. Denn um 11 Uhr wird die neue kulinarische Ostsee-Route vorgestellt. Der Zusammenschluss aller Ostsee-Anrainer hat es sich zum Ziel gesetzt, traditionelle Gerichte zu bewahren. Nachdem die Länder ihre Nationalspeisen vorgestellt haben, darf gekostet werden.

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