Neuhaus : Einen Befall unbedingt melden

Der Landkreis Lüneburg setzt auf eine Bekämpfung aus der Luft im kommenden Frühjahr. Foto: dpa
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Der Landkreis Lüneburg setzt auf eine Bekämpfung aus der Luft im kommenden Frühjahr. Foto: dpa

Er breitet sich aus und er macht Probleme - der Eichenprozessionsspinner. Nicht so sehr, weil seine gefräßigen Raupen einen Baum kahl fressen, sondern weil die Raupen sogenannte Brennhaare ausbilden.

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05. Juli 2012, 07:31 Uhr

Neuhaus | Er breitet sich aus und er macht Probleme - der Eichenprozessionsspinner. Nicht so sehr, weil seine gefräßigen Raupen auch schon mal einen Baum kahl fressen, sondern weil die Raupen ab einem gewissen Stadium der Verpuppung sogenannte Brennhaare ausbilden. Die sind winzig klein, haben einen Widerhaken und enthalten in ihrem Hohlraum ein Gift, das Thaumetopein. Und dieses Gift ruft auf der Haut Quaddeln hervor, die fürchterlich jucken. Werden die Brennhaare eingeatmet, dann führen sie in den Atemwegen zu einer entzündliche Reaktion und man hat mit Atembeschwerden zu tun.

Niemand wird gezwungen, einen Befall zu bekämpfen

Was also tun, wie damit umgehen? Der Landkreis kam mit Kreisrat Jürgen Krumböhmer und Dr. Marion Wunderlich und Carsten Schiguliski vom Lüneburger Gesundheitsamt nach Neuhaus, um interessierte Bürger über die Gefahren und Bekämpfungsmöglichkeiten aufzuklären. Von der Gemeindeverwaltung waren Bürgermeisterin Grit Richter, Nicole Bielenberg und Sybille Ruffing mit dabei.

Dr. Wunderlich zeigte auf einer Karte, an welchen Stellen im Amt Neuhaus Eichen befallen sind. "Bitte melden Sie einen Befall unbedingt an uns oder die Gemeinde, damit wir möglichst einen genauen Überblick bekommen", so Wunderlich. Einer der Zuhörer wies darauf hin, dass unter der Bevölkerung viele Gerüchte kursieren würden. Man werde auch als Privatmann dazu gezwungen, einen Befall teuer bekämpfen zu lassen. "Nein, das ist auf keinen Fall so", beruhigte Jürgen Krumböhmer. "Niemand wird auf ein Privatgrundstück kommen und Bekämpfungsmaßnahmen fordern. Wir möchten nur wissen, wo überall der Eichenprozessionsspinner aufgetaucht ist, um im Frühjahr eine koordinierte Bekämpfung durchführen zu können und durch einen koordinierten Einsatz auch Kosten zu sparen."

Der Landkreis setzt auf eine Bekämpfung aus der Luft im Frühjahr, wenn der Schädling sich in einem Stadium befindet, in dem er noch keine Brennhaare entwickelt hat. In dieser Zeit ist er empfindlich gegen ein speziell entwickeltes Gift, das andere Tierarten nicht schädigt. Zum jetzigen Zeitpunkt haben alle Raupen schon die Brennhaare entwickelt und eine Bekämpfung ist äußerst schwierig. "Ein Absaugen allein bringt überhaupt nichts", so Dr. Wunderlich. Man müsste mit einem starken Gift, das aber auch für Mensch und Tier gefährlich sei, die Raupen abtöten und dann die Gespinnstnester absaugen. Auf keinen Fall solle man selbst Hand an die Nester legen. Akute Bekämpfung soll nur erfolgen, wenn ein Befall an einer Stelle festgestellt wird, an der viele Menschen vorbeikommen oder sich aufhalten - wie an Bushaltestellen oder Kinderspielplätzen und Kitas. Ansonsten empfiehlt es sich, den befallenen Bereich abzusperren und darunter zum Beispiel keinen Rasen zu mähen.

Wer Informationsbedarf hat, kann direkt im Gesundheitsamt anrufen unter den Telefonnummern 04131-26-1500, -1474 oder -1705.

Googelt man den Begriff Eichenprozessionsspinner, so taucht schon auf Platz drei die informative Seite des Landkreises Lüneburg auf mit weiteren Hinweisen.


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