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Serie Sommertour : Eine Tasse aus eigenen Händen

vom
Aus der Onlineredaktion

Bei Joachim Jung kann jedermann das Töpfern ausprobieren. Sommerserie unserer Zeitung zu Freizeitvergnügen vor der eigenen Haustür

von
erstellt am 17.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Am „Jungbrunnen“ kommt man nicht zufällig vorbei: Der Weg dorthin schlängelt sich in der Nähe von Bad Doberan durch eine hügelige Landschaft, immer wieder müssen kleine Schilder zeigen, wie es weitergeht. Und ganz am Ende der Straße, mitten zwischen den Feldern, taucht Glashagen auf, eine winzige Siedlung, in der mehrere Kunsthandwerker leben.

Auf dem idyllischen Anwesen von Joachim Jung stehen drei Gebäude, es gibt ein Café und draußen einen Skulpturenpark, in dem Werke verschiedener Künstler zu sehen sind. Und es gibt die Töpferei. Wer hier einmal ein Stück erworben hat, kommt gern wieder, denn jedes ist speziell. „Es sind nicht nur die Erdfarben, die unsere Stücke prägen“, sagt der gelernte Töpfer. „Ich stelle zum Beispiel Tassen her, mit denen es beim Trinken an der Lippe nicht kleckert. Die Leute wissen nicht, warum – sie merken nur, dass man besonders gut daraus trinken kann.“ Diese funktionelle Keramik gebe es woanders kaum noch.

Solche professionellen Stücke kann ein Laie nicht herstellen. Aber Joachim Jung bietet Töpferkurse an, in denen die Besucher kleinere Objekte aus Ton anfertigen können. „Das ist ganz einfach, schon Kinder können das“, erklärt der studierte Keramiker. „Jeder bekommt eine Handvoll Ton, knetet ihn und kann aus einzelnen Stückchen Objekte formen – je nach eigenen Ideen und eigenem Geschmack.“ Das Verfahren wird „Aufbauen“ genannt. Manchmal entstehen skurrile Tiere, manchmal aber auch Tassen. „Die sind später ein bisschen schwer zu verwenden, man kleckert damit. Aber sie ist selbst gemacht.“

Feste Termine für diese Veranstaltungen gibt es nicht – wenn der Töpfer da ist und Zeit hat, erklärt er kurz, wie’s geht, und schon können die Besucher selbst kreativ werden. „Die Kinder sind manchmal phantasievoller als die Erwachsenen“, hat Jung gemerkt. „Einige wollen gar nicht wieder aufhören, die basteln drei Stunden daran.“ Manchmal kommen sogar kleine Geburtstags-Gesellschaften, die ein besonderes Erlebnis suchen.

Die Objekte werden später gebrannt und können abgeholt werden. „Wer von weit her kommt, dem schicke ich die Stücke nach“, sagt der gebürtige Thüringer. Außerdem gibt es auf dem Jungbrunnen-Hof auch Kurse an der Drehscheibe. Sie dauern sechs Tage, aber in dieser Zeit kann natürlich niemand das Töpferhandwerk komplett erlernen. Manche Teilnehmer haben auf Märkten gesehen, wie jemand an der Scheibe etwas dreht, und wollen das auch ausprobieren.

„Aber es ist eben nicht ganz einfach, die Scheibe zum Laufen und den Klumpen Ton rund zu kriegen“, sagt der 63-Jährige. „Zu mir kommen oft Interessierte, die schon etwas Erfahrung in der Arbeit mit Ton haben.“ Er versucht, ihnen ernsthaft etwas beizubringen. Und ihnen zu sagen, dass es mit einem einzigen Kurs nicht getan ist. „Sie müssten zu Hause weiter üben, sich vielleicht selbst eine Scheibe zulegen – und es gibt welche, die das tatsächlich machen.“ Ein Schweizer Urlauber war schon fünf Mal da, um immer weiter zu lernen, weil es in seiner Heimat keine Möglichkeiten dafür gibt.

Willkommen sind einzelne Besucher genauso wie Familien oder kleine Gruppen. Joachim Jung bittet nur um vorherige Anmeldung, damit niemand umsonst den Weg durch die Felder nimmt.

 

Töpfern:  www.jungbrunnen.biz - 038 203 – 622 53



 




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