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Familientragödie : Eine Stadt steht unter Schock

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Einen Tag nach dem schrecklichen Unfall sitzt der Schock in Müncheberg immer noch tief. Guido P. war in der Nacht auf dem Rückweg vom Klinikum tödlich verunglückt. Dort war er bei der Geburt seiner Tochter dabei gewesen.

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erstellt am 10.Sep.2013 | 07:51 Uhr

Strausberg | Einen Tag nach dem schrecklichen Unfall auf der B 1/B 5 sitzt der Schock in Müncheberg (Märkisch-Oderland) immer noch tief. Guido P. war in der Nacht zum Montag auf dem Rückweg vom Klinikum in Rüdersdorf tödlich verunglückt. Dort war der 36-Jährige bei der Geburt seiner Tochter dabei gewesen.

Schrecklich, ganz schlimm, unfassbar - wer sich am Dienstag zum tödlichen Unfall des jungen Vaters äußerte, muss nach Worten suchen. Das ist in der Stadtverwaltung nicht anders als bei der Freiwilligen Feuerwehr. Münchebergs Stadtbrandmeister Carsten Greim hatte den Einsatz geleitet, an dem 78 Feuerwehrleute und 17 Einsatzfahrzeuge beteiligt waren. Sie kamen aus den Ortsteilen Müncheberg, Obersdorf und Hoppegarten sowie aus Kienbaum, Buckow und Heinersdorf. "Zum Glück war die Jahnsfelder Wehr nicht dabei", sagt Greim. Dort nämlich war der künftige Schwiegervater von Guido P. Mitglied. Dennoch sei es schlimm genug gewesen. Nicht wenige Feuerwehrleute hätten das Opfer persönlich gut gekannt. Der Stadtbrandmeister sprach von einer "ganz besonderen Situation".

Neben der menschlichen Tragödie sei die Wasserversorgung vor Ort sehr schwierig gewesen, da kein Hydrant in der Nähe war. Wie sich Carsten Greim noch genau erinnert, war Einsatzbeginn am Montagmorgen um 3.43 Uhr. Warum Guido P. kurz zuvor in der Nähe des Ortsteils Hoppegarten von der Fahrbahn abgekommen und in einen Laster gerast war, ist noch immer unklar. War er vom Krankenhaus, wo er seiner Freundin Doreen S. bei der Geburt beigestanden hatte, zu schnell unterwegs gewesen? Eine Bestätigung dafür war von der Polizei am Dienstag nicht zu bekommen. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen, hieß es. Bei dem Frontalzusammenstoß hatte die Ladung des polnischen Lasters Feuer gefangen. "Dabei handelte es sich um 22 Papierrollen, jede mit einem Gewicht von einer Tonne, berichtet Carsten Greim. Gegen 8.20 Uhr sei das Feuer gelöscht gewesen.

Unmittelbar nach dem Unfall hatte sich ein Notfallseelsorger um die Familie von Guido P. gekümmert, der Ende vergangenen Jahres sein Eiscafé im Altenpflegeheim mangels Umsatz schließen musste. "Auch wir haben unsere Hilfe angeboten", sagt der Stadtbrandmeister, der sich abseits des Feuerwehreinsatzes nicht weiter zu dem tragischen Ereignis äußern möchte.

Auch in der Immanuel Klinik Rüdersdorf, in der die Freundin des Verunglückten Montagmorgen gegen 1.45 Uhr ihre Tochter zur Welt gebracht hatte, hält man sich weitgehend bedeckt. In besonderen Fällen würden "intensive psychologische und seelsorgerische Betreuung über die bestehende fakultativen Angebote hinaus" zur Verfügung gestellt, teilte Geschäftsführer Alexander Mommert lediglich mit.

Die am Einsatz beteiligten Feuerwehrleute werden bei Bedarf ebenfalls nicht alleingelassen. Harald Mehls ist Mitglied des Einsatznachsorgeteams. "Wir bieten Gespräche an, um die Dinge leichter zu verarbeiten", sagt der frühere Müncheberger Stadtbrandmeister. Erfahrungsgemäß würden derartige Anfragen erst einige Tage nach einem solchen Einsatz gestellt. Ob das in diesem Fall auch geschieht, ist noch nicht klar. "Wir wollen darüber erst noch beraten", sagt Carsten Greim.

Die Polizei hat den Straßenabschnitt zwischen Hoppegarten und Müncheberg nicht als Unfallschwerpunkt ausgemacht. Seit Jahresbeginn habe es auf dem Abschnitt vier Unfälle gegeben, drei davon mit Verletzten.

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