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Edith Rimkus-Beseler wird 85 Jahre alt : Eine sattelfeste Autorin

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Die Fotografin, Erzählerin und Kunsterzieherin Edith Rimkus-Beseler wird heute 85 Jahre alt. Und sie reitet noch immer. Sie hat auch wieder ein Buch veröffentlicht. Mit eigenem finanziellen Risiko.

svz.de von
erstellt am 14.Dez.2011 | 11:04 Uhr

Güstrow | Man mag es gar nicht glauben: Edith Rimkus-Beseler wird 85 Jahre alt. Und sie reitet noch immer, und - noch gar nicht lang ist es her - sie hat wieder ein Buch gemacht . Ja, gemacht ! Ein großes, ein gutes Buch. Mit eigenem finanziellen Risiko. Es gehört eine große Portion Mut dazu, Selbstbewusstsein und Wissen um eigenes Können.

Dies alles und mehr und auch noch so viel Gesundheit, ein Pferd nicht nur zu reiten, sondern auch selbst zu versorgen, hat Edith Rimkus-Beseler. Und nicht erst jetzt im etwas fortgeschrittenen Alter. Eine gewisse Sturheit, Ideen umzusetzen, scheinen ihr in die ostpreußische Wiege gelegt.

Sie studierte , wie lange ist das schon her? - noch bei Josef Hegenbarth und Hans Grundig - Malerei und Grafik. Das kam ihr auch bei späterer Fotografie, die sie nie losließ, bestens zugute. Ein Bildband "Verliebt in Berlin" mit ihrem Mann Horst Beseler sowie etliche große Reportagen zeugen davon.

Wesentlich später schon ein großer, wunderbarer Auftrag des Kinderbuchverlages Berlin. Eine Porträtsammlung von Kinder- und Jugendbuchautorten des Landes zu fotografieren. Daraus wurde ein schönes Buch "Für Kinder geschrieben."

Indes hatte Edith Rimkus-Beseler ein zweites Studium abgeschlossen und an der Humboldt-Uni ein Diplom als Kunsterzieherin erhalten. Ein Umzug vom Rande Berlins in die eiszeitlich geprägte Hügellandschaft südlich von Güstrow brachte sie und ihren Mann Horst Beseler nicht nur in ein ehemaliges Bauernhaus mit Stallungen, in denen sich Platz für nicht nur ein Pferd fand. Ach, die Freundschaft zum Pferdenarren Strittmatter!

Es gab auch eine Schule ein paar Hügel weiter in einer größeren Gemeinde. Dort unterrichtete Edith Rimkus-Beseler über Jahrzehnte. Und sie fotografierte. In der Schule die Kinder und Jugendlichen - am Haus, auf den Koppeln und Weiden die Kinder und Pferde, Landschaft, Menschen. Schätze trug sie zusammen.

So wuchs aus allem, was sie über Jahre gesammelt hatte, aus Notaten und Fotos scheinbar selbstverständlich ein Buch nach dem anderen. Ein "Pony-Einmaleins", eine Liebeserklärung an ein edles Araber-Pferd "Meine Zeit mit Medina", der Erzählband "Wundersame Wesen" mit zauberhaften eigenen Zeichnungen und Grafiken.

Ein großes Bildbuch mit dem scheinbar etwas sperrigen Titel "Schatz-Finder-Kinder" ist mehr als nur ein nachdenkenswerter Einblick in Kinderwelt und -Seelen. Es ist beste Anschauung, wie und auf welche Weise Kinder und Schule mit Freude gemeinsam Kunst erleben und selbst erzeugen können. Und ähnlich ein anderes, großes Bild- und Textbuch mit dem verlockenden Titel "Guckloch ins Paradies". Das Buch wird dem Titel gerecht. Bilder und Text beweisen, dass und wie Kinder glücklich sein konnten.

Dem sehr verdienten Lob für die tüchtige Reiterin Edith, die inzwischen auf etwas kleinere und zuverlässige Isländer umgesattelt hat, muss sich jedoch noch weiterer Beifall anfügen. Denn aus dem Fundus ihrer so vorzüglichen, mit großformatiger Kamera erarbeiteten Schriftstellerporträts und der Erinnerung durch viele aufgezeichnete Gespräche hat sie ein unvergleichliches und sehr schönes Buch gestaltet. Es heißt "Komm mit , sagte das Herz". Darin finden sich 24 Autorinnen und Autoren, die für Kinder, für Jugendliche, für Erwachsene schrieben. Lyriker, Dramatiker, Romanciers. Sie finden sich dort als Bilder, mit ihren Texten und in der Erinnerung der Autorin Edith Rimkus-Beseler.

Die Spanne ist breit, von Peter Hacks bis Benno Pludra, von den Strittmatters bis zu Lilo Hardel. Vom "Wolkenschaf" Rodrian, dem großen Verleger bis Werner Lindemann und Elisabeth Shaw.

Wir können sehr froh sein, dass Edith Rimkus-Beseler derart gute und zugleich schöne Arbeit über viele Jahre hin geleistet hat. Sei bedankt, Edith

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