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Mecklenburg-Vorpommern

19. August 2017 | 11:34 Uhr

Eine Million Gäste bei der Hanse Sail

vom

Rostock | Kapitän Tobias Hoffmann sitzt entspannt an Bord der "Mare Frisium" und raucht eine Zigarette. Er ist zufrieden mit dem Verlauf der Hanse Sail in Rostock. "Für uns war das ein Erfolg. Es ist super gelaufen", sagt Hoffmann. Zu insgesamt fünf Mitsegeltörns hatte er Besucher auf sein Schiff, den Toppsegelschoner "Mare Frisium", eingeladen. "Alle Fahrten waren restlos ausgebucht", berichtet der Kapitän, der bereits seit Jahren das Windjammertreffen in Rostock ansteuert. Er schätzt die vertraute Atmosphäre unter den Skippern. "Wir sind ein enger Kreis. Hier kennt jeder jeden", sagt er und deutet mit einer Kopfbewegung zu den anderen Schiffen hinüber, die am Kai des Stadthafens vertäut sind.

Eine "äußerst zufriedenstellende Bilanz" hat auch der Chef-Organisator Holger Bellgardt zur 20. Hanse Sail gezogen, die gestern Abend zu Ende ging. "Es hat alles geklappt, was wir uns vorgenommen haben", sagte Bellgardt. Knapp 250 Traditionssegler und Museumsschiffe aus 13 Ländern waren zu dem viertägigen Ereignis nach Rostock gekommen, wie in den Vorjahren lockte Mecklenburg-Vorpommerns größtes Fest wieder eine Million Besucher an.

Da der Wind meist aus nördlichen Richtungen kam, hätten die Schiffe zur Begeisterung der Gäste bei den Ausfahrten teilweise schon auf der Warnow die Segel setzen können. Die Besucher hätten sich in stichpunktartigen Befragungen mit der gesamten Veranstaltung sehr zufrieden gezeigt. Das Wetter hatte bis auf Donnerstagnachmittag auch mitgespielt, als es kurzzeitig richtig prasselte. Bellgardt bezeichnet dies aber als "erfrischenden Auftakt". Auch am Sonntag tröpfelte es zeitweise.

"Jung und attraktiv", attestierte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) der Veranstaltung in ihrem 20. Jahr. Er selbst war 15 Jahre lang Chef-Organisator und bezeichnete die Hanse Sail als das "maritime Fest der deutschen Einheit".

Nach Polizeiangaben gab es keine Zwischenfälle. Auch die Bahn, die rund 90 Sonderzüge aus Berlin, Hamburg und Stralsund einsetzte, meldete einen reibungslosen Ablauf. Mit Blick auf die Ereignisse bei der Loveparade in Duisburg, als vor zwei Wochen 21 Menschen starben und mehr als 500 verletzt wurden, war das Sicherheitskonzept der Hanse Sail noch einmal überprüft worden. Das Nadelöhr, der schmale Tunnel unter dem Warnemünder Bahnhof, konnte nur in eine Richtung begangen werden. Der eigens für die Hanse Sail eingerichtete Sicherheitsstab wurde laut Bellgardt bereits am Samstag beendet.

Höhepunkte der Veranstaltung waren jeweils die Geschwader- Ausfahrten am Wochenende. Wie an einer Perlenketten aufgezogen fuhren die Schiffe an den Besuchern vorbei, die sich an der Warnow eingefunden haben. Auch die Feuerwerke von Warnemünde entlang der Warnow bis hin zum Stadthafen begeisterte die Menschen.

Auf mehreren Bühnen liefen Musikprogramme. Viele Ostrock-Fans zeigten allerdings kein Verständnis dafür, dass am Freitagabend gleichzeitig und nur wenig mehr als 100 Meter voneinander entfernt die Puhdys und Karat ihre alten Hits zum Besten gaben.

Im kommenden Jahr werde an dem erfolgreichen Konzept der Hanse Sail nichts Wesentliches verändert. Bellgardt sagte aber zu, dass die Organisation stärker auf die problematische Parksituation in Warnemünde schauen werde. "Dort fängt der Service an", betonte er.

Es gebe bereits zahlreiche Anmeldung von Traditionsseglern für die 21. Sail. Dabei werde auch das Segelschulschiff der Deutschen Marine, die Gorch Fock, erwartet. Auch gebe es die Hoffnung, das der originalgetreue Nachbau der Bounty aus den USA einläuft.

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erstellt am 08.Aug.2010 | 06:50 Uhr

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