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Rostock-Laage : Eine Million für Laager Airport-Chef

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schwarz klagt Gehalt von Ex-Arbeitgeber BER ein.

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 08:00 Uhr

War er nur ein Sündenbock? Der neue Chef des Flughafens Rostock-Laage, Rainer Schwarz, hat sich vor Gericht gegen seinen früheren Arbeitgeber durchgesetzt – den Berliner Flughafen. Nach seinem Rausschmiss wegen der verschobenen Eröffnung des Hauptstadtflughafens bekam Schwarz gestern rund eine Million Euro zugesprochen. Das Landgericht Berlin erklärte seine Kündigung für unwirksam. Demnach stünden ihm Gehaltszahlungen bis zum regulären Vertragsende im Mai 2016 zu.

Am 1. Dezember soll Schwarz seinen neuen Job in Rostock-Laage antreten. Sollte das Urteil von gestern rechtskräftig werden, würde das Rostocker Gehalt mit den Ansprüchen gegenüber dem Berliner Ex-Arbeitgeber verrechnet, sagte sein Anwalt Peter Rölz. Die beklagte Flughafengesellschaft kann innerhalb eines Monats Berufung einlegen. Direkt nach dem Urteil wollte sie sich nicht äußern. Es werde die schriftliche Urteilsbegründung abgewartet, so Sprecher Ralf Kunkel.

Der Aufsichtsrat des Unternehmens hatte Schwarz eine Mitschuld für die mehrmals verschobene Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens gegeben. Bis heute ist der Airport in Schönefeld nicht in Betrieb, weil die Brandschutzanlage nicht funktioniert. Der Aufsichtsrat entließ Schwarz im Januar 2013, es folgten Kündigungen im Juni 2013 und sicherheitshalber noch einmal im Februar 2014. Schwarz klagte dagegen.

Richter Björn Retzlaff sagte gestern:  „Es besteht kein wichtiger Kündigungsgrund.“ Schwarz habe keine schwerwiegenden Fehler begangen. Das Gericht habe geprüft, ob Schwarz in den Monaten vor der Absage der Flughafeneröffnung im Mai 2012 Informationspflichten gegenüber dem Aufsichtsrat verletzt habe. Nach der Entscheidung stehen ihm nun 29 263 Euro pro Monat zu, außerdem 139 000 Euro für betriebliche Altersvorsorge.

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