zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

16. Dezember 2017 | 02:39 Uhr

"Eine Diva bin ich schon gar nicht"

vom

svz.de von
erstellt am 09.Mai.2010 | 08:49 Uhr

Schwerin | Sie selbst wäre nie auf die Idee gekommen, ihre Memoiren zu schreiben. Aber als der Verlag Das Neue Berlin ihr das Angebot machte, im Gespräch mit dem Filmjournalisten Hans-Dieter Schütt über ihr Leben zu berichten, ging alles ganz schnell. Das Buch "Wege übers Land und durch die Zeiten" erschien und wurde ein großer Erfolg. Am Freitag stellte Ursula Karusseit bei einer Lesung in der Schweriner Weiland-Buchhandlung einige Episoden vor.

Die bekannte Schauspielerin und Regisseurin, die 1992 am Schweriner Theater das Stück "Hase Hase" inszenierte und die auch schon Mitglied in der Filmfest-Jury war, kommt gern nach Schwerin. Sie hat auch hier viele Fans.

Das Buch erzählt im munteren Frage- und Antwort-Spiel von einer großen Karriere. Erinnert wird an die vielen Rollen, die die 1939 geborene Schauspielerin an Berliner Theatern gespielt hat. An der Volksbühne reifte sie in der Ära Benno Besson, mit dem sie in erster Ehe verheiratet war, zu einer der bedeutendsten Protagonistinnen des DDR-Theaters. Mit den großen TV-Dramen "Wege übers Land" und "Daniel Druskat" an der Seite von Manfred Krug, Hilmar Thate und Angelica Domröse wurde sie berühmt, die Darsteller in diesen Filmen, die echte Straßenfeger waren, wurden mit Preisen überhäuft. Für Ursula Karusseit ging das Leben aber normal weiter. "Zum Spektakulären tauge ich nicht, und eine Diva bin ich schon gar nicht." Die Julia oder das Gretchen, hat sie nie gespielt, sie war eher die Widerspenstige, die Charakterrollen hat man ihr gern übertragen.

Als Charlotte Gauss, die resolute Cafeteria-Chefin in der Sachsenklinik, ist sie nun schon im zwölften Jahr zu sehen. "Geplant war am Anfang ein Jahr. Und keiner hat damit gerechnet, dass die Serie länger läuft. Anfangs waren die Geschichten ja wirklich sehr seicht. Doch sie wurden besser, die Quoten stiegen. Und nun produzieren wir munter weiter."

Auch interessante Bühnenrollen gibt es wieder, und im "Theater am Rand" in Zollbrücke, das von Thomas Rühmann und Tobias Morgenstern geführt wird, ist sie regelmäßig im Sommer zu sehen. "Das macht richtig Spaß, wir spielen verschiedene Geschichten, bringen sogar Romane in szenischen Lesungen auf die Bühne." Also sind alle Wünsche erfüllt? Nein, Ursula Karusseit lächelt stillvergnügt. "Gern würde ich mal eine Art Miss Marple spielen, die die Kriminalfälle mit Köpfchen und Pfiffigkeit löst."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen