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Urlaubszeit ist Einbruchszeit : Einbrecher in MV kommen immer öfter am Tag

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Sie steigen längst nicht mehr nur im Schutz der Dunkelheit in Häuser ein, sondern kommen immer häufiger beispielsweise als Handwerker getarnt auch am hellen Tag - vor allem die Urlaubszeit ist Einbruchszeit.

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erstellt am 10.Aug.2012 | 08:18 Uhr

Schwerin/Rostock | Sie steigen längst nicht mehr nur im Schutz der Dunkelheit in Häuser ein, sondern kommen immer häufiger beispielsweise als Handwerker getarnt auch am hellen Tag - vor allem die Urlaubszeit ist Einbruchszeit. Erst vor einer Woche stieg ein Mann in den frühen Morgenstunden durch ein Fenster in ein Reihenhaus in der Rostocker Gartenstadt ein. Ein Zeuge, der dies beobachtete, verständigte die Polizei - die Beamten konnten den 34-Jährigen, der aus dem Kosovo stammt, noch in der Nähe des Tatortes festnehmen. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.

Kein Einzelfall, wie die Polizeiliche Kriminalstatistik ausweist. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche in Mecklenburg-Vorpommern um 5,6 Prozent auf 1334, so der Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Rampe, Michael Schuldt. In 588 Fällen (5,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor) kamen die Einbrecher in den Tagesstunden, fast immer zu Recht vermutend, dass die Bewohner einer ehrlichen Beschäftigung nachgehen oder im Urlaub sein würden.

"Es gehört enorme kriminelle Energie dazu, in eine Wohnung einzubrechen", so Kriminalhauptkommissar Schuldt. "Wer die aufbringt, nutzt gnadenlos jede günstige Gelegenheit aus, die sich ihm bietet - und dazu gehören leer stehende Wohnungen und Häuser in der Urlaubszeit." Den mit Abstand größten Zuwachs bei Tageseinbrüchen registrierte die Polizei im Landkreis Vorpommern-Greifswald (+ 62 Prozent). Auch in Vorpommern-Rügen (+ 13,8), dem Landkreis Rostock (+ 22,4) und der Stadt Rostock (+ 1,2) schlug diebisches Gesindel häufiger am Tage zu. In der Landeshauptstadt Schwerin dagegen gingen die Tageswohnungseinbrüche binnen eines Jahres von 63 auf 55 (-12,7 Prozent) zurück. Rückgänge gab es auch in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim (-1,4), Nordwestmecklenburg (-17,2) und Mecklenburgische Seenplatte (-21,8). Die Seenplatte (-21,8 Prozent) ist neben der Stadt Rostock (-14) auch der einzige Kreis, in dem die Zahl der Wohnungseinbrüche insgesamt zurückgegangen ist.

Bundesweit stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr um 20 000 auf 140 000. Den durchschnittlichen Schaden je Einbruch beziffert das Bundeskriminalamt mit 3000 Euro. In MV lag der Schaden mit 2183 Euro etwas niedriger - der ideelle ist nicht zu beziffern. LKA-Sprecher Schuldt rät deshalb dringend, Häuser und Wohnungen einbruchssicher zu machen. Tipps dazu gibt es im Internet unter www.praevention-in-mv.de/einbruch.

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