Sanddorn : Ein wenig Regen für die Vitaminbombe

Rebekka Link auf einer Plantage bei Ludwigslust: Ein Sanddorn-Strauch braucht fünf Jahre, ehe er erntereif ist.
Rebekka Link auf einer Plantage bei Ludwigslust: Ein Sanddorn-Strauch braucht fünf Jahre, ehe er erntereif ist.

Rund um Ludwigslust wird auf 110 Hektar Sanddorn in Bio-Qualität gezogen

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10. August 2015, 21:00 Uhr

Im größten deutschen Bio-Sanddorn-Anbaugebiet rund um Ludwigslust wird in diesem Jahr trotz Schädlingsbefalls eine gute Durchschnittsernte erwartet. Die Sanddorn Storchennest GmbH in Ludwigslust geht von 75 bis 80 Tonnen der vitaminreichen, orangefarbenen Früchte aus, teilte Geschäftsführerin Silvia Hinrichs mit. Das Unternehmen baut auf 110 Hektar Sanddornsträucher an. Geerntet wird im September. „Bis dahin hoffen wir noch auf ein bisschen Regen“, sagte Hinrichs.

Wie im Vorjahr sei allerdings erneut ein Befall mit der Sanddorn-Fruchtfliege (Rhagoletis batava) festgestellt worden. Er sei aber nicht massiv. Auswirkungen auf die Ernte würden nicht befürchtet, hieß es. Es scheine, dass vor allem ältere Büsche betroffen sind.

Die Sanddorn-Fruchtfliege legt ihre Eier in die reifenden Beeren. Larven fressen die Früchte von innen aus. Ein Gegenmittel steht den Sanddorn-Biobauern nicht zur Verfügung, sagte Hinrichs. Bislang beschränkt man sich bei Sanddorn Storchennest auf die Beobachtung des Schädlings. In den Büschen hängen gelbe Klebefallen.

Geerntet wird Hinrichs zufolge in diesem Jahr auf 20 Hektar. „Ehe ein neu gepflanzter Sanddorn-Strauch erntereif ist, braucht es fünf Jahre“, erklärte sie. Nach jeder Ernte müsse wieder drei Jahre gewartet werden. Nach etwa 25 Jahren würden die Büsche durch neue ersetzt. Die Gesamtanbaufläche bei der Storchennest GmbH ist Hinrichs zufolge stabil. „2013/14 wurden 48 Hektar neu gepflanzt“, sagte sie. Die Sanddorn-Büsche seien als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Autobahn 14 in der Region gesetzt worden.

Das Anbaugebiet um Ludwigslust ist das älteste dieser Größenordnung in Deutschland. Anfang der 1980er-Jahre ließ die DDR-Führung neue Sorten für den kommerziellen Anbau entwickeln und auf den sandigen Böden der Gegend pflanzen.

Sanddorn gilt als die heimische Obstart mit dem höchsten Wirkstoffgehalt. Der Vitamin-C-Gehalt ist Experten zufolge siebenmal höher als jener der Zitrone.

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