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4000 Figuren aus Schoko-Eiern zusammen : Ein Vorpommer mit Hang zu Überraschungen

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Sein erstes Überraschungsei brachte ihm sein Vater vom Seemannsbasar in Warnemünde mit. Irgendwann in den 80er-Jahren begeisterte sich Tobias Brickmann so sehr für die kleinen Schoko-Eier, dass er zu sammeln begann.

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erstellt am 05.Apr.2012 | 12:25 Uhr

Ueckermünde | Sein erstes Überraschungsei brachte ihm sein Vater vom Seemannsbasar in Warnemünde mit. Irgendwann in den 80er-Jahren begeisterte sich Tobias Brickmann so sehr für die kleinen Schoko-Eier mit den klappernden Mini-Spielzeugen im Innern, dass er zu sammeln begann. "In Intershop-Läden und Tauschbörsen suchte ich nach den in der DDR nicht gehandelten, und deshalb umso beliebteren Sortimenten der italienischen Süßwarenfirma Ferrero", erinnert er sich.

Inzwischen ist Brickmann 30 Jahre alt und Besitzer einer der größten deutschen Sammlungen sogenannter Gimmick-Figuren aus Überraschungseiern. Seine Leidenschaft, die er heute mit seinen Töchtern teilt, bescherte dem Sammler aus Ueckermünde bereits mehr als 4000 Figuren, fast die Hälfte der weltweit bislang editierten Kinderüberraschungen. Die Wende und der Siegeszug des Internets eröffneten seinem Hobby ungeahnte Möglichkeiten, sagt der gelernte Gesundheitskaufmann. Manchmal habe er in Supermärkten gleich palettenweise die Minieier erstanden, die mittlerweile wegen der Beipackzettel kaum noch klapperten. Mit einer Obst- und Gemüsewaage versuchte er, die neuen Figurenserien aufzuspüren. "Ich wusste, 28 Gramm wiegt ein Puzzle, aber 34 bis 36 Gramm wiegt eine Figur."

Besonders heftig wurde das Sammelfieber im August, wenn Ferrero in Deutschland die erste von jährlich fünf neuen Serien herausbrachte. Um einen aus zehn Figuren bestehenden Satz komplett zu haben, mussten bis zu 50 Eier gekauft werden. "Das war zu viel Schokolade, ich habe sie dann meist verschenkt", bekennt er. Wenn dann doch noch Stücke fehlten, wurde bei Auktionen im Internet geboten.

Eine Auswahl seiner schönsten Sammlungsteile zeigt Brickmann zum Osterfest im Ueckermünder Haffmuseum. In den 18 Vitrinen können Besucher meist komplette Sätze besonders attraktiver Gimmicks betrachten, darunter die Dschungelbuch-Serie, die Asterix-Figuren oder die Fußballschlümpfe, die zur Fußball-EM 1988 in Deutschland in die Eier kamen.

In Tauschbörsen und auf Flohmärkten komplettierte der umtriebige Sammler seinen Schatz. Die Palette reicht heute von den beliebten Happy-Hippo-, Micky-Maus- und Crazy-Crocs-Sätzen bis zu Snoopys und Mini-Dinos. Zu sehen sind auch absolute Raritäten, darunter "Jocky", der in Sammlerkreisen inzwischen mit 100 Euro gehandelte Geburtstags-Schlumpf mit blauem Geschenk, oder der ebenso teure Dark Laser aus der Star-Wars-Serie. Glück hatten auch seine Töchter, die unlängst eine sehr seltene Tecna-Mädchenpuppe aus dem Ei pellten. Davon gebe es nur eine ganz kleine Auflage, weil seinerzeit die Gussform während der Produktion kaputt gegangen sei, sagt Brickmann. Die absoluten Exoten fehlten ihm noch, für manche würden schon bis zu 1000 Euro geboten.

Mittlerweile durchstöbert er auch die Märkte im nahegelegenen Polen nach Überraschungseiern mit Figuren, die Ferrero ausschließlich in Osteuropa vertreibt. Doppelte Funde tauscht er oft mit einem österreichischen Sammlerfreund. Auf diese Weise erstand er viele Stücke, etwa die Bux Bunnys aus Italien, aber auch Figuren aus Frankreich, den Benelux-Staaten und sogar Mexiko oder Japan.

Zurzeit ist Brickmann auf der Jagd nach den "Frühlingshüpfern" der aktuellen Oster-Serie, ein Satz mit wenig originellen springenden Plastikfiguren. Sehnsüchtig fahndet er auch noch nach fehlenden Figuren aus Seriensätzen mit Pumuckl, Biene Maja und Schlumpf-Olympioniken.

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