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Mutmaßliche Vergewaltigung : Ein verhängnisvolles Date

vom
Aus der Onlineredaktion

„Dicker Onkel“: Befangenheitsantrag unterbricht Prozess um mutmaßliche Vergewaltigung einer 13-Jährigen

von
erstellt am 17.Okt.2017 | 20:45 Uhr

Die erste öffentliche Verhandlung wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 13-Jährigen aus einem Dorf nördlich von Schwerin ist nach einer halben Stunde beendet worden. Der vorsitzende Richter habe einen der beiden Angeklagten vor einigen Wochen in einem internen Gespräch zwischen Richtern, Staatsanwältin und Verteidigern als „dicker Onkel“ tituliert, berichteten die Verteidiger am Dienstag am Landgericht Schwerin. Er sei voreingenommen und die Angeklagten müssen fürchten, keinen fairen Prozess zu bekommen.

Außerdem soll Richter Armin Lessel angedeutet haben, dass für den jüngeren Angeklagten eine Jugendstrafe auf Bewährung denkbar sei, wenn er gegen den älteren aussagt. Auch das sei, so die Verteidiger, ein Zeichen für die Befangenheit des Richters. Dabei stehe die Schuld der Angeklagten keinesfalls fest. Es stünden die Aussagen der Angeklagten gegen die Aussage des Mädchens. Die Rechtsanwälte beantragten, neue Richter für das Verfahren einzusetzen. Darüber wird das Landgericht bis Anfang November entscheiden. Bis dahin herrscht Prozesspause.

Die Gesichter unter den Kapuzen ihrer Pullover versteckt, wurden der schmächtige 19-jährige Angeklagte und sein etwas stämmigerer 31-jähriger Onkel in den Gerichtssaal geführt. Der Jüngere ist im Raum Lübeck aufgewachsen, sein Onkel war auf Besuch aus der Türkei. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, am 19. Mai dieses Jahres das Mädchen bei ihr zu Hause zum Geschlechtsverkehr genötigt zu haben. Kurz nach der Verhaftung erschien die mutmaßliche Tat als ein brutaler Überfall durch eine fast anonyme Internet-Bekanntschaft. Die Ermittlungen ergaben jedoch einige bemerkenswerte Facetten. Demnach hatte die 13-Jährige den 19-Jährigen Anfang Mai über einen Messenger-Dienst kennengelernt. Sie behauptete allerdings, sie sei bereits 15 Jahre alt. Am Abend der Tat war sie allein zuhause. Sie lud den jungen Mann ein und versprach ihm offenbar, Sex mit ihm haben zu wollen. Der 19-Jährige bat sie angeblich, eine Freundin einzuladen, da er einen Bekannten mitbringen wolle.

Bevor der 19-Jährige mit seinem Onkel eintraf, signalisierte das Mädchen, dass keine Freundin kommen werde. Als die beiden vor der Tür standen, soll sie jeglichen Sex abgelehnt haben. Doch davon ließen sich die Angeklagten laut Anklage nicht abhalten. Als die Mutter des Mädchens kurz darauf nach Hause kam, flüchteten sie. Sie wurden kurz darauf in Lübeck festgenommen und in Untersuchungshaft genommen.

Weitere Details des verhängnisvollen Dates wird die Öffentlichkeit kaum erfahren. Das Gericht wird, egal welche Richter letztlich den Prozess fortführen, bei vielen Zeugenvernehmungen die Öffentlichkeit ausschließen, um die Privatsphäre der Schülerin und ihrer Familie zu schützen.



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