Flüchtlingstagebuch : Ein Umzug ins Unbekannte

Moha kam aus Syrien nach MV
Moha kam aus Syrien nach MV

„Ich muss dahingehen, wo ich Arbeit finde“, sagt Moha. (Teil 3)

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25. September 2015, 12:00 Uhr

Schwerin Moha ist seit über einem Jahr  auf der Flucht. Vor zwei Wochen erreichte er Deutschland. In Mecklenburg-Vorpommern ist er in einer Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht.  Unsere Redakteurin Lisa Kleinpeter wird ihn auf seinem Weg begleiten.

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Erinnern Sie sich an Ihren letzten Umzug? Wie Sie Wochen zuvor eine Wohnung oder ein Haus suchten, wie sie gedanklich Ihr Wohnzimmer eingerichtet  und dann tagelang Ihre Sachen gepackt haben? Moha kann das nicht. Er weiß noch nicht einmal, wohin sein Umzug geht oder wann genau er beginnt. „Ich bleibe wohl in Mecklenburg. Das habe ich zumindest gehört“, sagte er mir gestern am Telefon.

Einen Tag zuvor bekam ich abends eine SMS von ihm: „Es gibt gute Neuigkeiten. Ich verlasse dieses Camp, um meine Papiere zu erhalten.“  Seitdem hat sich nicht viel getan. Moha wartet seit über 24 Stunden darauf, dass in der Erstaufnahmeeinrichtung sein Name gerufen wird. Solange kann er das Camp nicht verlassen, in dem seltsamerweise heute gar nicht so viele Menschen sind.

„Hast du einen Wunsch, wo du wohnen möchtest?“, frage ich ihn. „Nein. Ich muss dahingehen, wo ich Arbeit finde“, sagt Moha. „Aber bisher traf ich fast überall auf sehr nette Menschen. Bis auf ein paar Ausnahmen.“ Im Hintergrund höre ich Kinder spielen.  „Bist du doll aufgeregt“, will ich noch fragen. Doch  eine Antwort bekomme ich nicht mehr.  „Lisa, wir telefonieren morgen. Ich glaube, sie haben meinen Namen aufgerufen.“

Mehr zur aktuellen Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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