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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 21:02 Uhr

Spendenaktion : Ein sicherer Hafen für Kinder

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mithilfe unserer Weihnachtsspendenaktion soll auch ein Kinderschutz-Zentrum für den Nordosten entstehen

von
erstellt am 18.Dez.2014 | 07:37 Uhr

Mit unserer Weihnachtsspendenaktion möchten wir den Kinderschutzbund im Nordosten unterstützen. Ein Teil des Geldes soll in den Aufbau eines Kinderschutz-Zentrums fließen. Darüber sprach Angela Hoffmann mit Angelika Stiemer und Carsten Spies vom Kinderschutzbund in MV.

Bundesweit gibt es 26 Kinderschutz-Zentren. Warum noch nicht im Nordosten?

Spies: Die meisten bestehenden Zentren sind gewachsene Einrichtungen, die in den alten Bundesländern ihren Ursprung hatten. Der Nordosten ist ein Flächenland – hier konnten die Konzepte der überwiegend großstädtisch ausgerichteten Zentren bisher nicht greifen. Wir brauchen die Angebotsstruktur eines Kinderschutz-Zentrums allerdings für unseren überwiegend ländlichen Raum. Und das funktioniert nur mit mobilen Konzepten. Daran arbeitet der Landesverband, aufbauend auf seinen bestehenden Einrichtungen und Aktivitäten wie beispielsweise der Landesfachstelle für Suizidprävention, den vielfältigen Angeboten zur Gewaltprävention, den Fortbildungen für Fachkräfte sowie der Öffentlichkeitsarbeit zum Kinderschutz.

Was genau ist ein Kinderschutz-Zentrum, und wer würde davon profitieren?

Stiemer: Kinderschutz-Zentren sind spezialisierte Einrichtungen, die sich an Kinder, Jugendliche, deren Eltern und Bezugspersonen, Fachkräfte und die Öffentlichkeit wenden. Sie bieten ihr Fachwissen den Kindern und Familien an, die von Gewalt betroffen sind. Sie stehen für einen niedrigschwelligen und bürgernahen Schutz des Kindes. Dazu zählen neben Beratungs- und Therapieangeboten insbesondere eine frühzeitig einsetzende Krisenintervention und Angebote im Bereich der Frühen Hilfen, also die Beratung von Familien mit ihren Säuglingen und Kleinkindern. Zu einem Kinderschutz-Zentrum gehören auch Angebote für Helfer psychosozialer Berufsgruppen wie Fortbildungen. Ein weitere Aufgabe ist die Prävention. Dazu zählen zum Beispiel Elternkurse zur Unterstützung gewaltfreier Erziehung, aber auch Aufklärungskampagnen in Schulen und Freizeiteinrichtungen zum Schutz vor sexueller Gewalt.

Wie könnte das Angebot eines solchen Zentrums im Nordosten aussehen?

Stiemer: Eine Reihe der Hilfen in Kinderschutz-Zentren werden bereits vom Landesverband und den Orts- und Kreisverbänden angeboten. So führt der Rostocker Kinderschutzbund mit Hebammen sogenannte FuN-Babykurse durch und versorgt junge Eltern mit Elternbriefen. Sehr erfolgreich läuft auch das Präventionsprojekt „Mein Körper gehört mir“ zum Schutz vor sexueller Gewalt. Ein Zentrum würde zunächst bestehende Angebote koordinieren und somit möglichst vielen Menschen an möglichst vielen Orten zugänglich machen. Darüber hinaus müssen in einer solchen Einrichtung fehlende Hilfen wie niedrigschwellige Beratung und Krisenhilfen für betroffene Familien, aber auch kostenlose Therapieangebote für Kinder und Jugendliche aufgenommen werden. Als Landesverband haben wir natürlich das Interesse, dass die Angebote langfristig von allen Kindern und ihren Familien im Land genutzt werden können. Dennoch wollen wir zunächst modellhaft in einer ausgewählten Region mit der Arbeit beginnen. Wir denken dabei an den Raum Rostock, Wismar, Güstrow und Schwerin.

Wie wichtig ist die Spendenaktion für dieses Vorhaben?

Spies: Neben den bereits erwähnten Projekten hat der Landesverband 2012 mit der Landesfachstelle für Suizidprävention in der Kinder- und Jugendhilfe einen wichtigen Baustein für ein künftiges Kinderschutz-Zentrum geschaffen. Im Moment können wir diese Einrichtung aber nur bis Mitte 2015 finanzieren. Und das, obwohl sich immer mehr Jugendliche, Eltern und pädagogische Fachkräfte hilfesuchend an die Fachstelle wenden. Die Spendenaktion ist hier eine riesengroße Hilfe. Sie ermöglicht es, die Arbeit an dieser Stelle erst einmal fortzuführen und notwendige Angebote weiter auszubauen. Ein weiterer Baustein sind Fortbildungen zum Kinderschutz, beispielweise für Betreuer im Jugendsport oder Mitarbeiter in Jugendeinrichtungen. Damit wir damit umgehend starten können, benötigen wir dringend Spendengelder.


>>> SPENDENAUFRUF: Ein Dach für Kinder <<<
 

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