Landesbaupreis 2014 : Ein poetischer Museumsbau

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Landesbaupreis 2014 für Kunstmuseum Ahrenshoop und Scheunenhäuser in Prerow / Publikumspreis für Malchower Drehbrücke

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10. Juli 2014, 20:45 Uhr

Das vielleicht schönste kleine Museum Mecklenburg-Vorpommerns, das Kunstmuseum in Ahrenshoop, wurde nun auch von einer Fachjury geadelt. Gestern zeichnete Bauminister Harry Glawe im Neubrandenburger Güterbahnhof die Architekten und Betreiber dieses außergewöhnlichen Ensembles mit dem Landesbaupreis 2014 aus – in der Kategorie „Bausumme ab einer Million Euro“ (Preisgeld 4000 Euro)

Wer von Rostock und Wustrow nach Ahrenshoop kommt, wird das im September 2013 eröffnete Museum gleich auf der linken Seite am Ortseingang entdecken. Der anfangs vielleicht futuristisch anmutende Bau ist wirklich nicht zu übersehen. Golden glänzt die metallene Fassade aus dem Grün der umliegenden Wiesen und Bäume hervor. Ein Fremdkörper inmitten des idyllischen Badeortes an der Ostsee? Von wegen!

Wer genau hinsieht und auch die benachbarten Häuser im Blick hat, wird die Idee der Architekten schnell erkennen. Die fünf kleinen Häuser des Museums mit ihrer goldenen Fassade erinnern an eine Gruppe reetgedeckter Fischerkaten. Oder an ein kleines Fischer- und Künstlerdorf. Was könnte besser nach Ahrenshoop mit seiner mehr als 120-jährigen Tradition als Künstlerkolonie passen? Wo Künstler arbeiteten, die modern waren und zugleich der Region eng verbunden.

Im Urteil der Jury, Vertreter der Architekten- und der Ingenieurkammer MV sowie aus dem Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus, liest sich das dann so: „Die regional typische Struktur einer lockeren Gruppe reetgedeckter Häuser wurde in einen zeitgemäß gegliederten, maßstäblichen Museumsbau transformiert.“

Doch nicht nur das Äußere dieses architektonischen Kleinods bewog die Jury, aus den 47 eingereichten Arbeiten das Ahrenshooper Museum hervorzuheben. Auch die Verwendung von Eichenholz und handwerklichen Terrazzoböden im Inneren der lichtdurchfluteten Räume sowie ein innovatives Energiekonzept mit Geothermie und Wärmepumpen scheint zu der einstimmigen Entscheidung beigetragen zu haben. Als „absolut moderne und poetisch berührende Architektur von großer Klarheit“ lobt das Preisgericht den Entwurf des Berliner Architekturbüros Staab.

Für die Betreiber des Museums, die Stiftung Kunstmuseum, war so ein Haus viele Jahre nur ein Traum. Mit diesem außergewöhnlichen Bau kann nun der ehemaligen Künstlerkolonie Ahrenshoop endlich der Platz auf den kunstwissenschaftlichen Landkarten zugewiesen werden, der ihr gebührt. Denn man sollte nunmehr nicht nur nach Ahrenshoop kommen, um Werke von Paul Müller-Kaempff und Elisabeth von Eicken, von Max Pechstein und Lyonel Feininger zu sehen und natürlich um zu baden, sondern auch, um die architektonische Heimat all dieser Bilder zu bewundern.

In diesem Sommer ist neben der ständigen Ausstellung noch bis zum 24. August die Schau „Das flüssige Element – Seestücke des 17. und 21. Jahrhunderts“ zu sehen. Am 31. August wird dann die Ausstellung „Kalte Morgenröte: Kunst im Bann des Ersten Weltkriegs“ eröffnet.


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