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Schweriner Landtag : Ein Parlamentssitz für 10 Euro

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Stühle für die Landtagsabgeordneten im neuen Plenarsaal sind eingebaut – die alten sollen versteigert werden

von
erstellt am 20.Jul.2017 | 20:55 Uhr

Nichts wird weggeschmissen. Der Schweriner Landtag will die Stühle der 71 Abgeordneten aus dem alten Parlamentssaal meistbietend unters Volk bringen. „Das Mindestgebot beträgt 10 Euro“, sagte Landtagsdirektor Armin Tebben am Donnerstag. Die Stühle werden nicht mehr gebraucht, weil die Volksvertreter nach der Sommerpause in ihren neuen Plenarsaal mit neuen Sitzen umziehen werden.

Die Versteigerung soll per Internet oder Postkarte erfolgen. Einzelheiten will die Landtagsverwaltung in der nächsten Woche bekannt geben. Die ersten drei Stühle wurden bereits probeweise versteigert – 70 Euro war das höchste Gebot. Der Erlös wird einem guten Zweck zu Gute kommen.

Am 26. September soll der neue Plenarsaal mit acht monatiger Verspätung und mit einem großen Festakt eingeweiht werden, am 27. findet die erste Planarsitzung statt. Als Hauptgrund für die Zeitverzögerung und die Kostensteigerung nannte Tebben die Insolvenz eines Lüftungs- und Klimaanlagenplaners, die gleichzeitig mit fehlerhaften Konstruktionen verbunden war. Vier Jahre hatte man an dem Plenarsaal gebaut, der zu Herzogszeiten der „Goldene Saal“ war und beim verheerenden Brand im Jahr 1913 fast vollständig zerstört worden war. Die Kosten stiegen in der Bauzeit von geplanten 26 auf 30 Millionen Euro.

Ein erster technischer Probebetrieb in dieser Woche mit Scheindebatte verlief laut Tebben ohne größere Probleme. Allerdings sei die Akustik so fein, dass Flüstertöne der Protokollantinnen als störend empfunden wurden. Die müssen während der Debatte Zwischenrufe ins Mikrofon wiederholen, um die Sätze später im Protokoll dokumentieren zu können.

Der Umbau des einstigen „Goldenen Saals“ zum neuen Plenarsaal war eine gewaltige Herausforderung. „Die Logistik war die größte Schwierigkeit“, sagte Bauleiter Marek Sander.

Das gesamte Baumaterial musste über zwei Stockwerke und durch die Fenster in den Saal transportiert werden – trotz laufenden Betriebs im Parlament, Museum und Restaurant. Mit der Fertigstellung des neuen Plenarsaales sind die Bauarbeiten nicht zu Ende. Im alten Saal des Landtages sollen bis Sommer 2018 zwei Konferenzräume und der neue Raum der Landespressekonferenz entstehen.

 

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