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Badestrandtest: Timmendorf : Ein Paradies im feinen Sand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Timmendorf auf der Insel Poel gibt es viel zu entdecken: kleine Strandburgwächter, lebensfrohe Studenten und fleißige Korbvermieter

von
erstellt am 29.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Der feine Sand rinnt mir zwischen den Zehen hindurch. Die Sonne lacht mir ins Gesicht. Ich höre dem leisen Rauschen des Meeres zu. Die Wellen schlagen immer wieder an das Ufer des Ostseebades in Timmendorf auf der Insel Poel. Die Welt scheint für einen Augenblick still zu stehen. Erholung pur. „Pass auf, mach das ja nicht kaputt“, ruft ein kleines Mädchen mit rosa Schlapphut und gelbem Badeanzug. Ihre Stimme lässt mich zusammenzucken. Plötzlich sitze ich aufrecht auf meinem Handtuch. Streng guckt das Mädchen ihren Papa an, schiebt sich den Hut etwas weiter aus dem Gesicht. Sie bewacht ihre Welt aus Sand. Es ist eine kleine Stadt, erklärt sie. Doch nun solle sie Pause machen. „Marie, wir gehen jetzt was essen“, bestimmt ihr Vater. Widerwillig steht sie auf und trottet neben ihrem Vater her. Ich sehe, wie sie ins Restaurant „Krönig’s Fischbaud“ gehen.

„Dort schmeckt es wirklich klasse. Den Fisch dort müssen Sie unbedingt probieren“, sagt Kathrin Koch-Pudschun lächelnd. Sie vermietet in Timmendorf 50 Strandkörbe. „Wir haben einfach einen tollen Strand“, schwärmt sie. Ich nicke. Und dass er so sauber und ordentlich ist, sei nicht zuletzt das Verdienst der Strandkorbvermieter, erklärt mir Dietmar Koch, der den Sonnenhungrigen 100 Körbe zur Verfügung stellt. Seine Stimme ist stark und klar. Sein Blick freundlich.

Täglich säubern er und seine Kollegen den Strand. Sammeln Müll ein. Harken. Stehen den Ostseebesuchern dabei Rede und Antwort. Er lächelt, wenn er über das Ostseebad spricht. Ich höre ihm gerne zu. Bin ganz begeistert – denn der Strand ist wirklich müllfrei. „Ein ganz großer Vorteil ist, dass hier regelmäßig das Seegras abgefahren wird“, berichtet der Strandkorbvermieter weiter. Denn wenn die Meerespflanzen angespült und länger am Ufer liegen würden, würde es sehr unangenehm riechen. „Die Inselgemeinde hat für die Sanierung eines alten Silos im Ortsteil Kaltenhof 85  000 Euro in die Hand genommen“, erklärt Koch. Dort werde das Seegras regelmäßig hingefahren – finanziert durch die Fremdenverkehrsabgabe. „Nur so kann der Strand dauerhaft so schön bleiben“, meint er. Ich stimme zu. Denn: Dafür zahle ich gerne die zwei Euro, die ich vor dem Betreten des Strandes in einen Automaten werfen musste, um eine Tageskarte für den Strand zu lösen.

Ich gehe den Strand entlang. Beobachte das Treiben. Ein älteres Paar sitzt in einem Strandkorb. Beide lesen, sind vertieft. Vor ihnen breiten drei junge Frauen eine Decke aus. Es sind die Studentinnen Christin, Kathrin und Kati aus Wismar. Sie kommen nicht zum ersten Mal her, verraten sie mir. „Das Wasser ist wirklich toll“, lobt die 23-jährige Christin. Die drei Mädels würden lieber die Autofahrt auf die Insel in Kauf nehmen, als in Wismar im Meer zu baden. „Dort ist es nicht schön. Zu viele Algen“, sagt Christin. Schmeißt ihre Sachen auf die Decke – und schwups ist sie weg, genießt ein Bad in der See.

Das Mädchen mit dem rosa Schlapphut und gelben Badeanzug ist nun auch wieder da. Ich lege mich auf mein Handtuch und beobachte, wie die Wächterin der Stadt aus Sand geduldig weiter an ihrem kleinen Paradies baut.

Strand-Check Timmendorf

Sandburg-Faktor

Jeder kann hier zum Architekten werden. Ganze Städte lassen sich am 700 Meter langen Sandstrand errichten.

Wellen-Faktor

Ob sie da sind und reichen, um sich mit einer Luftmatratze hineinzustürzen, hängt vom Wind ab.

Wassersport-Faktor

Besucher können sich frei entfalten – schwimmen, plantschen, surfen und segeln.

FKK-Faktor

Nudisten haben ihren ganz eigenen Bereich.

Badewannen-Faktor

Das flache, blau schimmernde Wasser erwärmt sich schnell. Neben mir fühlen sich auch Kinder besonders wohl hier. Die Qualität wird regelmäßig überprüft, sie ist gut: keine Algen, kein Schmutz, wenig Steine.

Mops-Faktor

Mutige Vierbeiner – also auch mein Mops Rambo – können am Timmendorfer Hundestrand, im Osten des Badestrandes, in die Fluten springen.

Wellness-Faktor

Sand an den Füßen. Wasser auf der Haut. Außerdem kann ich hier in einem Strandkorb sitzen – allerdings bevorzuge ich mein tolles Handtuch. Die öffentlichen Toiletten sind okay.

Sicherheits-Faktor

Mindestens zwei Ehrenamtliche der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) sind vor Ort. Sie helfen auch bei kleineren Problemen wie Bienenstichen – zum Glück hat mich keine erwischt.

Mülleimer-Faktor

Der Strand ist sauber. Viele der Strandkorbvermieter reinigen ihre Bereiche täglich selbst.

Dusch-Faktor

Wenn’s regnet oder auf dem Campingplatz.

Hunger-Faktor

Die Restaurants „Krönig’s Fischbaud“ und „Zur Poeler Kogge“ bekommen jeden satt – und es schmeckt auch noch.

Unterhaltungsfaktor

Mit Kindern lohnt sich ein Besuch auf dem strandnahen Spielplatz. Am Strand kann Volleyball gespielt werden.

Dicke-Marie-Faktor

Ich muss zwei Euro Kurtaxe löhnen. Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre können ihr Geld im Sparschwein lassen.

 

Und wo gehen Sie gerne baden? Schicken Sie uns Ihre Strandvorschläge mit Adresse, kurzer Beschreibung und gerne auch mit einem Bild an onlineredaktion@medienhausnord.de und wir ergänzen sie als Lesertipp in unserer Karte.

(Hinweis: unvollständige Vorschläge können leider nicht berücksichtigt werden. Die Sammlung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, die Infos sind ohne Gewähr.)

>> Morgen im Badestrandtest: Plauer See

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