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Serie „Ehrenamt ich helfe" : Ein Ort zum Mitmachen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sonnhild von Rechenberg engagiert sich ehrenamtlich im Eine-Welt-Laden Parchim

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2015 | 11:50 Uhr

„Die Welt von morgen wächst schon heute Tag für Tag“ ist das Motto der Weltläden. Die Inspiration, einen Ort zum Mitmachen in Parchim zu gründen, kam Sonnhild von Rechenberg nach einem Besuch zur Wendezeit in einem Weltladen in Hamburg Reinbek. Die Idee, fair gehandelte Produkte zu gerechteren Preisen zu verkaufen, bei denen der gesamte Handelsweg nachvollziehbar ist, gefiel der Parchimerin. „Uns geht es so gut. Doch wo bleiben die Entwicklungsländer? Man muss diese im Blick behalten. Und an einer gerechten Welt mitbauen zu können – das ist schon ein tolles Gefühl.“

So gründete Sonnhild von Rechenberg zusammen mit sieben Frauen 1991 den Verein „Freundeskreis für gerechten Welthandel“. Der Parchimer Weltladen, der ehrenamtlich von derzeit zehn Frauen betrieben wird, bietet neben Kaffee, Tee und Schokolade auch Musikinstrumente, Taschen, Schmuck und Keramik an. Seinen Sitz hat der Eine-Welt-Laden, der zweimal die Woche öffnet, im Pfarrhaus von St. Marien.

Es gibt Stammkunden, die regelmäßig in den Laden kommen, um fair gehandelten Kaffee oder Geschenke zu kaufen. „Ich freue mich, dass sich insgesamt im Bewusstsein der Verbraucher in Deutschland etwas zu verändern scheint“, berichtet Sonnhild von Rechenberg, die als Diakonin im Kloster Dobbertin tätig ist. „Ich selbst achte bei Einkäufen darauf, fair gehandelte Produkte zu finden. Das ist bei Kleidung zum Beispiel gar nicht so einfach“, hebt die Parchimerin hervor.

Dass es sich bei Weltläden um ein Nischendasein handelt, ist Sonnhild von Rechenberg bewusst. Umso mehr freut es die 52-Jährige, dass „der Laden in Parchim existiert und einigermaßen bekannt ist.“

Um darüber zu beraten, aus welchen Ländern künftige Produkte stammen könnten oder um Organisatorisches zu besprechen, kommen Sonnhild von Rechenberg und ihre Kolleginnen einmal in sechs Wochen zu einer Sitzung zusammen. Neben dem Verkauf von Produkten engagieren sich die Vereinsvorsitzende und ihr Team in der Informationsarbeit. Das tägliche Gespräch mit den Kunden gehört dabei genauso dazu wie öffentliche Veranstaltungen und Angebote für Schulklassen. „Das ganze Team ist mit Herzblut dabei,“ lobt die Sonnhild von Rechenberg. Wenn Veranstaltungen vorbereitet werden, ist viel zu tun. „In Zahlen lässt sich dies nicht ausrechnen. Denn im Mittelpunkt für das ehrenamtliche Engagement steht der Spaß an der Beschäftigung“, betont die 52-Jährige. „Besonders gut kommen die Afrika-Abende an. Aber auch unsere Jubiläumsfeier war ein Höhepunkt unserer Vereinsarbeit.“

Aufgewachsen in Freiberg (Sachsen) kam die studierte Gemeinde- und Sozialpädagogin vor 30 Jahren nach Parchim. Bevor sie Diakonin in Dobbertin wurde, war sie als Gemeindepädagogin in der Parchimer St. Marienkirche tätig. Neben der Arbeit im Freundeskreis engagiert sie sich auch im Kirchengemeinderat.

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