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Mecklenburg-Vorpommern

25. November 2017 | 12:42 Uhr

Ein Nebenjob zur Rente?

vom

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2011 | 07:22 Uhr

Berlin | Jüngere Rentner - zwischen 63 und 65 - sollen deutlich mehr hinzuverdienen dürfen. Es ist ein altes Anliegen der Liberalen und nun scheinen sie sich zumindest teilweise durchgesetzt zu haben: Wer vorzeitig mit Abschlägen in Rente geht, soll neben den Altersbezügen noch so viel verdienen dürfen, dass er insgesamt maximal sein früheres Bruttoeinkommen erreicht, verkündete die FDP schon mal als Koalitionseinigung.

Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. "Von Einigung zu sprechen, ist völlig verfrüht", bremst CSU-Sozialpolitiker Max Straubinger. Und auch die Regierung blieb zurückhaltend: Noch gebe es keinen "abgestimmten Entwurf", erklärte der Sprecher von Sozialministein Ursula von der Leyen. Doch in diesem Jahr soll eine Regelung gefunden werden.

Ob Durchbruch oder noch etwas verfrühter Jubel - Heinrich Kolb, FDP-Fraktionsvize und Sozialexperte, verkündete schon einmal die große Linie: Rund 300 000 Rentner pro Jahr zwischen 63 und 65 Jahren könnten von einer neuen Regelung profitieren. Sie dürften mehr als bisher hinzuverdienen. Denn derzeit sind maximal 400 Euro nebenbei erlaubt, ohne dass die Rente gekürzt wird. Wer mehr verdient, erhält eine Teilrente. Je nach Höhe des Zuverdiensts werden die Altersbezüge um ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel gekürzt.

Die Verrechnung mit der Rente dürfte ein Grund sein, warum nur ein verschwindender Bruchteil mehr als 400 Euro im Monat hinzuverdient: 1694 Teilrentenbezieher registriert die Deutsche Rentenversicherung Bund, davon 728 Männer und 966 Frauen. Dabei wird die vorzeitige Rente mit Abschlägen erkauft, 0,3 Prozentpunkte pro Monat früheren Ausscheidens.

Gewerkschaften und SPD-Opposition sehen eine Erhöhung der Zuverdienstgrenzen bestenfalls als Ablenkungsmanöver von der unpopulären Rente mit 67: "Frühverrentung ist kein Luxus für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern eine bittere Folge von gesundheitlichen Problemen am Arbeitsplatz oder Langzeitarbeitslosigkeit", sagt DGB-Vize Annelie Buntenbach. Aktuell hätten nur 9,2 Prozent der 63-jährigen die Möglichkeit, in einem Vollzeitjob zu arbeiten.

Eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung hätten nur vier Prozent. Die Erhöhung der Zuverdienstgrenzen sei gerade kein Lösungsansatz, "um die miserable Arbeitsmarktsituation der Älteren zu verbessern".

SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil sprach gar von "staatlich verordneter Lohndrückerei".

CSU-Sozialexperte Straubinger möchte auch noch einige Fragen geklärt wissen: So dürfe eine Neuregelung nicht dazu führen, dass für die Firmen ein Anreiz entstehe, Druck auf ihre Mitarbeiter zur früheren Verrentung auszuüben.

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