In Ducherower Agrar GmbH eingekauft : Ein Milliardär wird Bauer in Vorpommern

Nicht nur leben von der Natur, sondern auch mit ihr: Die Ducherower sind mit ihrem neuen Partner zufrieden.nk
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Nicht nur leben von der Natur, sondern auch mit ihr: Die Ducherower sind mit ihrem neuen Partner zufrieden.nk

Martin Viessmann, Präsident der Viessmann-Werke und mit einem Privatvermögen von 1,6 Milliarden Euro auf Platz 64 in der Liste der reichsten Deutschen, hat

sich in die Ducherower Agrar GmbH eingekauft.

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17. September 2012, 08:00 Uhr

Vorpommern | Warum im vergangenen Jahr ein Firmenjet des weltweit agierenden Heizungsherstellers Viessmann die Flughäfen in Anklam und Heringsdorf ansteuerte, ist nicht länger ein Geheimnis: Chef Martin Viessmann will in Vorpommern in die Landwirtschaft einsteigen und war in der Region auf Einkaufstour. Einen "erhebliches" Paket der Geschäftsanteile der Ducherower Agrar GmbH hat er am 1. Juli übernommen haben. Der Kaufpreis bleibt im Dunkeln. Eckard Schröder, bislang Gesellschafter in Ducherow und Geschäftsführer des Unternehmens, sieht in dem Einstieg des Milliardärs aus Allendorf (Hessen) einen Glücksfall.

Der Ducherower hat die Agrar GmbH im Laufe der vergangenen 20 Jahre zu einem Vorzeigebetrieb entwickelt. Doch mit mittlerweile 67 Jahren dachte Schröder schon länger an den Rückzug in den Ruhestand. Aber weder die Kinder noch die anderen Gesellschafter wollen die Verantwortung für den Betrieb übernehmen wollen. "So haben sich viele Interessenten die Klinke in die Hand gegeben", berichtet Schröder. Mit einigen habe man auch gesprochen, doch zu ernsthaften Verhandlungen kam es nicht. "Wir wollten möglichst alle 40 Arbeitsplätze erhalten", erklärt Eckhard Schröder.

Bei den Verhandlungen mit Martin Viessmann hätte er gleich ein gutes Gefühl gehabt. "Er hat begriffen, dass die Landwirtschaft nicht nur von der Natur, sondern vielmehr mit der Natur lebt", sagt Eckhard Schröder. Zudem wolle Viessmann den Betrieb nun nicht völlig umkrempeln oder mit eigenen Leute führen. Ebenso wenig sollen die noch verbliebenen weiteren sechs Gesellschafter ausgebootet werden. "Eine Bedingung für seinen Einstieg war, dass ich weiterhin Geschäftsführer bleibe", erklärt Eckard Schröder. Für zwei weitere Jahre wird er nun die Ducherower Agrar GmbH leiten und langfristig einen Nachfolger einarbeiten.

"Zu Herrn Viessmann habe ich einen sehr guten Kontakt auf Augenhöhe", sagt Schröder weiter. Die beiden würden häufig telefonieren, zweimal war der Milliardär persönlich in Ducherow. Ein weiterer Termin sei Ende Oktober geplant, dann wolle Martin Viessmann auch mit den Mitarbeitern reden.

Eckard Schröder ist überzeugt davon, dass Viessmann nicht nur einzig und allein an seiner Investition interessiert sei. Sondern ebenso an der Entwicklung in Ducherow teilnehmen wird. Als Fakt dafür führt Schröder die Gründung eines Unternehmens-Beirates an.

Gerüchte bezüglich einer Übernahme gab es erstmals im vergangenen Jahr, als ein Firmenjet des Viessmann-Konzerns in Anklam und Heringsdorf landete. Dabei soll der Konzernchef an Bord gewesen sein, was das Unternehmen weder dementierte noch bestätigte. Gerüchte besagen, dass Martin Viessmann auch an anderen landwirtschaftlichen Betrieben in der Region interessiert gewesen sei. Bestätigt hat sich bis jetzt allein die Anteilsübernahme in Ducherow.

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