Rapsanbau MV : Ein Land sieht gelb

Rapsfelder sind nicht nur eine Pracht fürs Auge, sondern auch wichtiger Wirtschaftsfaktor.
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Rapsfelder sind nicht nur eine Pracht fürs Auge, sondern auch wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Wahrzeichen und Wirtschaftsfaktor: Ein Fünftel des Rapses in Deutschland wird in MV angebaut

svz.de von
02. Juni 2016, 08:00 Uhr

Der Rapsanbau ist nach Angaben von Agrarminister Till Backhaus (SPD) für Mecklenburg-Vorpommern zu „einer festen wirtschaftlichen Größe“ geworden. Die Ölfrucht wachse im Nordosten auf 235 000 Hektar. Das sei fast ein Fünftel der bundesweit mit Raps bestellten Agrarflächen. „In der Zwischenzeit konnte sich unser Land mit großem Abstand auf Platz eins der Ölsaatenproduktion in Deutschland katapultieren“, sagte der Minister gestern beim 40. Rapstag auf dem Agrarhof Veelböken (Landkreis Nordwestmecklenburg). Bei durchschnittlichen Erträgen von 45 Dezitonnen je Hektar belaufe sich die jährliche Erntemenge auf rund eine Million Tonnen, die damit erzielten Umsätze summierten sich auf 370 Millionen Euro. Backhaus verwies zudem auf eine erfolgreiche Züchtungsforschung im Nordosten, die eng mit der landwirtschaftlichen Praxis verbunden sei. Dies habe dazu geführt, dass sich die Erträge seit Beginn des Rapsanbaus vor gut 100 Jahren verfünffachten. Rapsblüten seien inzwischen auch eine der wichtigsten und ergiebigsten Nektarquellen für Honigbienen. Ein Hektar Raps könne eine Honigernte von fast 500 Kilogramm einbringen.

Als größter Rapsproduzent in Deutschland ist Mecklenburg-Vorpommern aber auch am heftigsten betroffen, wenn Rapsschädlinge oder Krankheiten wie der sogenannte Rapskrebs die Ernte gefährden. Die Monokulturen auf den riesigen Rapsschlägen und der massive Einsatz von Pestiziden sind jedoch nicht unumstritten. Mit „vielfältigen und weiten Fruchtfolgen“ könne der Gefahr entgegengewirkt werden, dass neue und bekannte Schädlinge den wirtschaftlichen Erfolg mindern. „Ackerbau ist mehr als nur ein Sammelsurium von Ackerfrüchten. Wenn wir über viele Jahre die Anbaupausen nicht einhalten, sind Fruchtfolgekrankheiten nur die logische Konsequenz“, mahnte Backhaus. Der Anfang von Fortschritt und Verbesserung sei immer auch mit einer selbstkritischen Bestandsaufnahme verbunden.

Der Rapsanbau hat vor allem mit der Beimischung pflanzlicher Öle in Treibstoffen enorm an Bedeutung zugenommen. Raps bleibe auf lange Sicht die mit Abstand wichtigste erneuerbare Kraftstoffalternative, äußerte sich Backhaus überzeugt. Doch auch als Speiseöl und Butterzusatz werde Raps immer häufiger genutzt. Im Jahr 2014 sei der Marktanteil von Rapsöl in Deutschland erstmals über 40 Prozent geklettert.

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