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Freiwilligendienst : Ein Jahr im „Dorf der Hoffnung“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mathis Ruge aus Wismar engagierte sich in Israel für Menschen mit Behinderungen

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2014 | 11:50 Uhr

„Das war das Beste, was mir passieren konnte“, fasst Mathis Ruge aus Wismar sein Jahr in Israel zusammen. Er hat dort als Freiwilliger mit behinderten Menschen im Norden Israels gearbeitet. Das „Dorf der Hoffnung“ (Kfar Tikva) liegt 20 Kilometer östlich von Haifa im Norden Israels. Dort hat Mathis Ruge gearbeitet.

Vor der Reise hatte Mathis Ruge Befürchtungen, es als Deutscher in Israel schwer zu haben. Die waren unbegründet. „Die Menschen freuen sich, wenn man als Deutscher den Menschen in Israel was Gutes tun möchte“, erzählt er. Der 20-Jährige erzählt: „Ich habe dort viele Erfahrungen gesammelt, auch für meine Zukunft.“ Er weiß nun, dass er unbedingt im sozialen Bereich arbeiten möchte. Er hat das Leben in einem anderen Land, einer ganz anderen Kultur kennen gelernt. „Das war damals schon ein kleiner Kulturschock“, lacht er. „Ich bin am 1. September 2013 hin und stand da morgens um ein Uhr auf dem Flughafen bei 30 Grad. Das war verrückt!“ Er erzählt von den Menschen in Israel – sehr freundlich, aber mit einem anderen Verständnis von Höflichkeit als hier in Deutschland. „Wenn man irgendwo zu Gast ist, würde der Gastgeber es als Beleidigung empfinden, wenn man fragt, ob man was zu trinken haben kann. Man nimmt sich das einfach, weil es ja da steht.“ Eine normale Selbstverständlichkeit in Israel: „Du gibst dem anderen alles, was du ihm geben kannst, anders herum genauso, ohne dass jemand sagt, du schuldest mir das und das!“

Eine Art und Weise, eine Gelassenheit und Entspanntheit im Umgang miteinander, die den jungen Wismarer beeindruckt hat. Die er sich gerne für Deutschland bewahren möchte, in der Hoffnung, dass es „abfärbt“. „Ich habe eine junge Frau in Tel Aviv kennen gelernt, die hat sofort gesagt, dass wir bei ihr übernachten können, wenn wir in der Stadt sind!“ Eine Einladung, die Mathis Ruge gerne angenommen hat. „Wer würde das in Deutschland machen, jemanden Fremden einladen?“Mathis Ruge hat gelernt, gelassener zu sein. „Etwas entspannter, wenn jemand mal zehn Minuten zu spät kommt. Der hatte dann schon einen Grund dafür!“

Erlebt hat Mathias Ruge auch einen Raketenalarm. „Wir waren zu Besuch in Jerusalem, dann kam der Raketenalarm. Da war aber kein Bunker in die Nähe, also sind wir in den Raum ohne Fenster, die Dusche gegangen.“ Als der Alarm zu Ende war, hörte er das dumpfe Geräusch der einschlagenden Rakete. „Ich dachte, oh Scheiße! Als Deutscher macht man sich total den Kopf, aber wenn man mit den Einheimischen darüber spricht, sind die recht entspannt.“ Als die Situation am Gaza-Streifen kritischer wurde, durften die Freiwilligen nicht mehr nach Tel Aviv und Jerusalem.

Trotz des Angstmoments, die positiven Erlebnisse waren die, die in Erinnerung bleiben. Die Menschen, die Herzlichkeit, die Natur.


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