Schwerin/Prerow : Ein Hafen mitten im Meer

Kreisförmiger Steinwall mit Brückenanschluss: Die Visualisierung zeigt den geplanten Inselhafen Prerow an der Seebrücke.
Kreisförmiger Steinwall mit Brückenanschluss: Die Visualisierung zeigt den geplanten Inselhafen Prerow an der Seebrücke.

MV finanziert den Bau des Inselhafens samt 690-Meter-Brücke vor Prerow. Die Kosten belaufen sich auf 29 Millionen Euro.

svz.de von
20. März 2018, 20:30 Uhr

Knapp 700 Meter vor dem Ostseebad Prerow soll bis zum Jahr 2021 ein Inselhafen errichtet werden, der Seglern und Fischern Schutz bietet und in dem auch Seenotkreuzer stationiert sein werden. Wie Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Schwerin sagte, stimmte die Landesregierung gestern dem Projekt einstimmig zu. Das Land sei Auftraggeber und künftig auch Betreiber des Hafens und stelle für den Bau knapp 29 Millionen Euro zur Verfügung, vorwiegend aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung. „Damit geht die unendliche Geschichte um den Nothafen Darßer Ort nun doch zu Ende“, stellte Backhaus fest. Baubeginn für den Hafen sei für 2020 geplant.

Rund 25 Jahre war um den Bau eines neuen Hafens für Sportboote, Fischer und Rettungskreuzer an der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gerungen worden. Der Standort sei unverzichtbar, weil Sportbootführer auf dem Weg zwischen Rügen und Rostock einen Etappenhafen benötigten, sagte Backhaus. Zudem liege der Darß nur wenige Kilometer von der Kadett-Rinne, einer der am meisten befahrenen Schiffsrouten der Welt. Auch deshalb habe die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Darß einen Rettungskreuzer stationiert. „Der Bau des Ersatzhafens ist somit auch enorm wichtig für die Sicherheit in dieser Ostsee-Region.“

 

Hintergrund: Der neue Hafen am Darß
Laut Minister Backhaus wurden mehrere Varianten für den Hafenneubau untersucht. Die Errichtung eines kreisförmigen Steinwalls am Ende einer befahrbaren, 690 Meter langen Seebrücke habe sich als beste Lösung herausgestellt und sei auch bei den Einwohnern Prerows mehrheitlich auf Zustimmung gestoßen, sagte er. Der Inselhafen solle neben dem Liegeplatz für den Seenotkreuzer der DGzRS und einem Platz für ein Boot der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft auch 33 Liegeplätze für schutzsuchende Sportboote haben. Für die Freizeitkapitäne gebe es sanitäre Einrichtungen, Technikräume und Stromanschlüsse. Zudem sollen am Hafen 7 Fischerboote Platz finden und auch eine Anlegemöglichkeit für Fahrgastschiffe vorhanden sein.

Bislang wurde der frühere Militärhafen Darßer Ort als Nothafen genutzt. Dieser liege aber in der besonders geschützten Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft, was eine Hafennutzung eigentlich ausschließe, sagte Backhaus. Ausnahmegenehmigungen seien immer wieder verlängert worden, um die Sicherheit gewährleisten zu können. Zudem musste die Zufahrt regelmäßig ausgebaggert werden. Die Baggerarbeiten kosteten Bund und Land bislang 3,2 Millionen Euro. Der bisherige Nothafen soll auf Landeskosten zurückgebaut werden.

„Das alles wertet die touristische Attraktivität Prerows auf“, sagte Backhaus zum Neubau von Hafen und Brücke. Deshalb erwarte das Land, dass sich die Kommune zu einem Drittel an den Unterhaltskosten von jährlich etwa 150 00 Euro beteiligt. Die Gespräche seien aber noch nicht abgeschlossen.

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