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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2017 | 16:10 Uhr

Ein großes Herz für die kleine Romy

vom

svz.de von
erstellt am 27.Aug.2013 | 11:53 Uhr

Schwaan/Rostock | Dass ein großer Mann von winzig kleinen Noroviren niedergestreckt wurde, könnte einem kleinen Mädchen und seinen Eltern helfen, ihren größten Wunsch zu erfüllen. Denn nur, weil ihn der Infekt zum Pausieren in seiner Rostocker Anwaltskanzlei zwang, schaffte es Sven Rathjens noch am Montagabend, bei Facebook eine Seite zu platzieren, die auf das Schicksal der kleinen Romy aus Schwaan aufmerksam macht.

Was sich daraufhin entwickelte, überraschte selbst Rathjens. Seine eigenen ca. 1800 Facebook-Freunde teilten die Sympathie für die Seite mit weiteren Freunden. Mehr als 5200-mal wurde bis gestern Nachmittag der "Gefällt mir"-Button angeklickt. Hunderte Menschen schrieben Romy und ihren Eltern aufmunternde Grüße. Und: Binnen zwei Tagen kamen auf dem Spendenkonto für die junge Familie schon knapp 2700 Euro zusammen.

Henrike Urban, Romys Mutter, schildert auf der Seite www.facebook.com/EinHerzFuerRomy, welcher Albtraum ihre Familie im Juli heimsuchte: Ihre im November 2010 geborene kleine Tochter lag eines Morgens apathisch, blass und kurzatmig in ihrem Bettchen. Die Mutter alarmierte die Notärztin, die alles für halb so schlimm hielt - es würde doch ein Besuch bei der Kinderärztin ausreichen, meinte sie. Doch die beunruhigten Eltern bestanden da rauf, das Kind im Krankenhaus gründlich untersuchen zu lassen. Und dort, in der Rostocker Kinderklinik, überbrachte man ihnen die erste Hiobsbotschaft: Romy hat ein schweres Herzleiden und muss sofort mit dem Helikopter ins Deutsche Herzzentrum nach Berlin gebracht werden.

Déjà-vu für die Mutter der Kleinen

Dort wurde die nicht einmal Zweijährige in einer siebenstündigen Operation an ein Kunstherz angeschlossen. Ein bis dahin unentdeckter angeborener Herzfehler hatte zu der Herzschwäche geführt. Damit die kleine Romy weiterleben kann, braucht sie ein Spenderherz!

"Nicht schon wieder, bitte nicht", waren während der ganzen Zeit die Gedanken der Mutter. Denn Henrike Urban hat das alles schon einmal erlebt: Im Mai 2008 zeigte ihr damals dreieinhalb Jahre alter Sohn die gleichen Symptome. Viren hatten sein Herz angegriffen, so stark, dass auch er an ein künstliches Herz angeschlossen werden sollte. Doch noch während des Eingriffs wurde der Hirntod festgestellt. "Wir gaben seine Organe zur Spende frei - und Jonas konnte noch vier kleinen Kindern das Leben retten", erinnert sich die Mutter. Jetzt hofft und wartet sie zusammen mit ihrem Partner darauf, dass eine andere trauernde Familie auch so stark ist und die Organe ihres Kindes freigibt.

Der Vater ist momentan Alleinverdiener

Henrike Urban hat sich von der Arbeit freistellen lassen, um bei ihrem Kind zu sein. Romys Vater, der nun als Alleinverdiener für die Familie sorgen muss, besucht beide an den Wochenenden. "Die Fahrtkosten verschlingen eine Menge Geld", weiß Sven Rathjens. Geld braucht die Familie aber auch, um ihre unsanierte Altbauwohnung so in Schuss zu bringen, dass Romy dort nach hoffentlich erfolgreicher Transplantation wieder ganz gesund werden kann.

"Es fällt Henrike schwer, um Hilfe zu bitten", erzählt Sven Rathjens. Beide sind seit Langem auf Facebook befreundet, und auch jetzt halten sie über das Netzwerk regelmäßig Kontakt. Dass sich die junge Mutter schließlich doch mit der Bitte um Hilfe an ihn gewandt hat, hängt wohl in erster Linie damit zusammen, dass Rathjens sich in und um Rostock schon mit anderen Hilfsaktionen einen Namen gemacht hat. "Unser Harley Club hat sich zum Beispiel an der Typisierungsaktion für den leukämiekranken kleinen Paul aus Sanitz beteiligt", so Rathjens. "Tatsächlich wurde ein passender Spender gefunden und Paul ist inzwischen unser Ehrenmitglied." Im März rief der Anwalt über seine Pölchower Bikerkanzlei zu Hilfen für den unheilbar kranken achtjährigen Tristan auf. "Vor zwei Wochen haben wir die 6000 Euro für seine Delphintherapie zusammenbekommen", berichtet Rathjens stolz. Und nun hilft er Romy - zusammen mit zwei Freunden betreut er den Facebook auftritt.

Henrike Urban postet ein herzliches Dankeschön an ihn und alle anderen Unterstützer. Ab sofort will sie täglich im Internet darüber berichten, wie es Romy geht - als kleines Dankeschön an alle, die an ihrem Schicksal Anteil nehmen.

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