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Aktion „Offene Gärten MV“ : Ein Fest der Farben und Düfte

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aktion „Offene Gärten Mecklenburg-Vorpommern“ lädt heute und morgen in 133 Gärten ein

Die Aktion „Offene Gärten Mecklenburg-Vorpommern“ feiert am Wochenende zum achten Mal ein Fest der Farben und der Wohlgerüche. 133 Gärten laden Besucher zum Schauen, Staunen, Plaudern und Fachsimpeln ein. Dabei kann die Vielfalt kaum größer sein. Die einen huldigen der Königin unter den Blumen, der Rose, andere bevorzugen Stauden und Kombinationen mit Gräsern. Mancher mag formale Strenge, mancher überbordende Lebensfreude. Im Trend liegen naturnahe Gärten.

Der Garten von Monika und Wilfried Behnke in Rosenow zwischen Sternberg und Bützow ist sogar als „Natur im Garten“ zertifiziert. En miniature gleicht er einer typisch mecklenburgische Landschaft: ein großer Teich, mit 300 Quadratmetern zum Schwimmen geeignet, Blumenrabatten, viele Sträucher, Bäume und eine große Rasenfläche. „Sie bietet uns das Gefühl von Weite und Freiheit“, sagt die Hobbygärtnerin, die viel Wert auf eine harmonische Gestaltung und fließende Linien legt. Ausdrücklich wolle man mit der Natur leben. Dazu gehört bei Behnkes ein Selbstversorgergarten mit Gemüsebeeten, vielen Kräutern, Obstbäumen und unzähligen Beerensträuchern. So könne man bei einem Rundgang immer wieder naschen, erklärt Monika Behnke. Verträumte Sitzecken verteilen sich über das gesamte Grundstück. Mit Wilfried Behnke kann man über eine ausgeklügelte Kompostwirtschaft ins Gespräch kommen, aber auch darüber, wie man eine Thymian- oder eine Ebereschentorte backt.

„Ich gucke mir selbst unheimlich gern andere Gärten an“, gesteht Gisela Sokolowski. Deshalb sei sie gern bereit, auch ihren Garten vorzuzeigen, mit Leuten übers Gärtnern zu plaudern, Tipps zu geben und sich selbst auch immer wieder ein bisschen unter Druck zu setzen. „Zu den ,Offenen Gärten’ soll alles besonders gut aussehen“, erklärt sie. In ihrem von Formschnittgehölzen geprägten Garten in Neuhof (Schalseeregion) gebe es dieses Jahr mit dem so zeitigen Frühling jetzt eher weniger Blüten, dafür kämen die Strukturen des Gartens besser zur Geltung.

Ramblerrosen, deren Blütenpracht sich einem Wasserfall gleich über Obstbäume ergießt oder an großen Bögen rekelt, erwartet die Besucher im Garten von Bärbel und Klaus Winter in Barner Stück bei Schwerin. Auf knapp 4000 Quadratmetern sind in einem vorderen Teil ein Teich und viele Stauden, im Schatten viele Hostas und „auf der Wiese“ die Rosen kombiniert mit Stauden und Gräsern angeordnet. „Ich freue mich immer über nette und vor allem interessierte Besucher“, sagt Bärbel Winter. Es sei immer aufs Neue spannend, welche Gartenthemen und Pflanzen diskutiert werden, meint die Richterin im Ruhestand.

Rosen spielen auch im Bauerngarten von Anja Reimers in Wendfeld bei Neustrelitz die Hauptrolle. Sehr viele alte Rosen, die mit üppigen Blüten und betörendem Duft bezaubern, aber nur einmal im Jahr blühen, werden ergänzt von Englischen Rosen und Neuzüchtungen der romantischen Linie. Stauden bilden den Hofstaat für die Königin der Blumen. Anja Reimers nennt Storchschnabel, Taglilien und Astern. Einer gewissen Sammelleidenschaft, die viele Hobbygärtner befällt, kann auch swie sich nicht entziehen. Und weil sie selbst nie so ganz zufrieden mit ihrem Garten ist, interessiert sie die Meinung anderer.

Aufs Fachsimpeln freut sich auch Simone Käselau, die in ihren romantischen Hausgarten in Zülow nahe Stralendorf einlädt. „Viele Gärten in Mecklenburg sind im Vergleich zu unserem riesig“, sagt Simone Käselau. Bei ihr könnten sich Besucher ein Bild davon machen, was auch in einem normalen Einfamilienhausgarten möglich ist, wie man verschiedene Ebenen gestalten und ein größeres Gefälle auf dem Grundstück abfangen kann. „Wir gärtnern relativ naturnah. So leben in unserem Garten auch viele Vögel und andere Tiere, die man von verschiedenen Sitzplätzen aus beobachten kann“, erzählt die Gartenenthusiastin.

Verein löst sich auf – neue Macher in Sicht

Auf der Rückseite des Heftes mit allen Teilnehmern der „Offenen Gärten MV“ steht anders als in den vergangenen Jahren kein Termin für die Aktion im nächsten Jahr. Die wird es in der bisherigen Form nicht mehr geben. Der Verein, der das Gartenevent organisiert, beendet sein  vollkommen ehrenamtliches Engagement und löst sich auf. „Es waren acht schöne Jahre, aber irgendwann stößt das Ehrenamt an seine Grenzen“, erklärt Vereinsvorsitzender Matthias Proske. Allein mit Enthusiasmus sei eine solche Aktion kaum noch zu bewältigen. Er hofft dennoch, dass es mit den „Offenen Gärten in MV“ weitergehen kann. „Wir wünschen allen erst einmal ein wunderschönes Wochenende, viele nette Gespräche in schönen Gärten und den ,Neuen’ ein gutes Händchen bei der Weiterführung der Aktion“, betont der Vereinsvorsitzende. Erste Gespräche unter den Gartenfreunden gibt es bereits. Diskutiert wird eine regionale Initiative für die Mecklenburgische Schweiz. Christian Uffmann und Steffen Peters (Blütengarten Klatzow) wollen es versuchen.

Es könnte aber auch landesweit eine Fortsetzung geben. Interesse hat der Verein „Gartenroute Mecklenburg-Vorpommern“, Mitglied im Bundesverband „Gartennetz Deutschland“ angekündigt. Das „Gartennetz“ veranstaltet immer am zweiten Juni-Wochenende bundesweit das Event „Lust am Garten“, eine Art offene Gartenpforte. „Bisher haben wir uns in MV nicht daran beteiligt, weil es das private Engagement hier gab“, erklärt Christin Hannemann, Vorstandsvorsitzende des Vereins „Gartenroute“, dessen Ansatz deutlich touristisch geprägt ist. Zu diesem habe man nicht in Konkurrenz treten wollen. Nun sei der Weg frei.


 

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erstellt am 27.Jun.2014 | 20:45 Uhr

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