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Schleppender Verkaufsprozess : "Ein fernes Licht am Horizont" für P+S-Werft

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Der Verkaufsprozess für die insolvente P+S-Werft in Stralsund gestaltet sich weiter schleppend. Belastbare Kaufangebote liegen nach Angaben des zuständigen Insolvenzverwalters bislang nicht vor.

svz.de von
erstellt am 18.Jun.2013 | 10:55 Uhr

Stralsund | Der Verkaufsprozess für die insolvente P+S-Werft in Stralsund gestaltet sich weiter schleppend. Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann sieht zwar kleine Fortschritte, belastbare Kaufangebote liegen seinen Angaben zufolge aber bislang nicht vor. Es gebe mehrere Interessenten aus dem In- und Ausland, die sich im freigeschalteten Datenraum über die Stralsunder Werft informierten. Seit den ersten Kontaktaufnahmeversuchen im Winter sei man einen Schritt weitergekommen - "und das mit großer Mühe", sagte Brinkmann gestern nach einer Telefonkonferenz des Gläubigerausschusses. "Es ist ein fernes Licht am Horizont." Entscheidend für den Erfolg werde sein, wie lange es gelingt, den Betrieb auf der Volkswerft am Laufen zu halten. "Solange wir dort Schiffe in der Halle haben, haben wir etwas vorzuzeigen", sagte Brinkmann.

Der Insolvenzverwalter führt eigenen Angaben zufolge derzeit Gespräche über den Weiterbau eines Offshore-Spezialschiffes in Stralsund. Dem Auftraggeber liege ein konkretes Angebot vor; die Verhandlungen bezeichnete Brinkmann als "aussichtsreich". Gelinge es, den Rumpf für das Offshore-Schiff am Strelasund zu bauen, würde es die Arbeit der Stralsunder Schiffbaugesellschaft mit rund 530 Mitarbeitern bis Mitte 2014 verlängern. Derzeit stellt die insolvente Werft noch zwei Schiffe für die dänische Reederei DFDS fertig. Der Auftrag war im Januar 2013 neu verhandelt worden. Der erste Spezialtransporter soll im August getauft werden. Ende September verlässt das zweite Schiff die Halle.

Die Insolvenzverwaltung sieht für den möglichen Weiterbetrieb in Stralsund zwei Geschäftssäulen. "Wir wollen die Werft darauf ausrichten, dass sie nicht nur Schiffe, sondern auch Offshore-Gründungsstrukturen baut. Die Werft eignet sich dafür", sagte Brinkmann. Das Marktumfeld im Schiffbau- und Offshorebereich von den Aufträgen, über Finanzierung bis zur Produktion bezeichnete Brinkmann als "allerdings schwierig".

Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Werft mit ihrer guten technischen Ausstattung einen Käufer findet. "Über einen Abwicklungsplan für Stralsund denke ich nicht nach", versicherte er. Die beiden einst für Scandlines gebauten, aber nicht übernommenen Fähren liegen weiter am Ausrüstungskai in Stralsund. Es gebe fünf Kaufinteressenten, die bis Ende Juni ihre Angebote abgeben sollen.

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